Das Parlament und der Rat einigen sich auf neue Regeln, um sicherzustellen, dass die Finanzberatung den Bedürfnissen der Kunden entspricht und um die irreführende Online-Werbung zu bekämpfen.
Brüssel, 18. Dezember 2025 – Die Verhandler des Europäischen Parlaments und des Rates haben sich auf einen vorläufigen Kompromiss zur neuen Strategie für Retail-Investitionen (RIS) geeinigt. Der Kompromiss führt strengere Vorschriften ein, um sicherzustellen, dass den Einzelhandelskunden hochwertige Finanzprodukte mit einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten werden, während gleichzeitig der zunehmende Einfluss sozialer Netzwerke auf Investitionsentscheidungen angegangen wird.
Kurz gesagt
Investmentfirmen sind nun verantwortlich für die "Finfluencer", die sie engagieren, wobei schriftliche Vereinbarungen und strenge Aufsicht erforderlich sind, um irreführende Verkaufstaktiken zu verhindern, die sich an verletzliche junge Kunden richten.
Finanzberater müssen sicherstellen, dass die Produkte strikt auf die spezifischen Bedürfnisse des Kunden abgestimmt sind, und eine neue Bewertung des "Preis-Leistungs-Verhältnisses" wird den Marktzugang für überbewertete Produkte verhindern.
Die Gesetzgebung verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Finanzbildung zu fördern und die Offenlegung von Informationen in ein "digitales, implizites Format" zu überführen, um modernen Investoren besser zu dienen.
Der Kern des Abkommens konzentriert sich auf die Qualität der Beratung und der Produkte. Die Verhandler haben sich darauf geeinigt, dass auch Finanz- und Versicherungsberater die Angemessenheit auf der Grundlage der Fähigkeit des Kunden, Verluste zu tragen, der Risikotoleranz und der Nachhaltigkeitspräferenzen bewerten müssen. Um sicherzustellen, dass Verbraucher nicht ausgebeutet werden, werden die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und ihre Versicherungsbehörde (EIOPA) Referenzkriterien für die Aufsicht entwickeln. Diese werden es den nationalen Behörden ermöglichen, zu überprüfen, ob die angebotenen Anlageprodukte einen echten Wert im Vergleich zu einer Gruppe ähnlicher Instrumente bieten.
Ein wesentlicher Teil des Abkommens befasst sich mit der digitalen Ära. In Anerkennung der Tatsache, dass junge Investoren anfällig für Fehlinformationen sind, schreiben die Regeln den Investmentfirmen vor, die volle Kontrolle über die "Finfluencer" zu behalten, die ihre Produkte bewerben. Darüber hinaus führen die aktualisierten Vorschriften zu Anreizen – Provisionen, die zwischen Firmen gezahlt werden – einen neuen Test ein, um sicherzustellen, dass solche Zahlungen tatsächlich die Qualität der Dienstleistungen verbessern und keine Interessenkonflikte schaffen.
Die Berichterstatterin des Europäischen Parlaments, Stéphanie Yon-Courtin, beschrieb das Abkommen als einen großen Schritt in Richtung einer "Union der Wirtschaften und Investitionen". Sie betonte, dass die Regeln die Verbindung zwischen Verbraucherschutz und Geschäftswachstum herstellen und sicherstellen, dass niemand aus dem Verkauf riskanter Finanzprodukte ohne Verantwortung reich wird. Der vorläufige Kompromiss muss nun sowohl vom Parlament als auch vom Rat offiziell genehmigt werden, bevor er in Kraft treten kann.
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