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Die nationalen Unterschiede in den Marketingregeln für Investmentfonds und die irreführende Verwendung von ESG-Botschaften fragmentieren weiterhin den einheitlichen Kapitalmarkt, trotz des gemeinsamen europäischen Rahmens, so ein Bericht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA).
Der einheitliche Markt für Investmentfonds bleibt fragmentiert, und Greenwashing bleibt bestehen, zeigt der ESMA-Bericht.
Die europäischen Regeln, die die grenzüberschreitende Verbreitung von Investmentfonds erleichtern sollen, haben nicht zu einer einheitlichen Anwendung in den Mitgliedstaaten geführt, und Greenwashing bleibt die Hauptquelle für Probleme in der Kommunikation mit Investoren, so ein Bericht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde.
Zusammenfassend
1. Die nationalen Anforderungen an das Marketing von Fonds unterscheiden sich erheblich zwischen den Mitgliedstaaten.
2. Die meisten Aufsichtsbehörden überprüfen Marketingmaterialien erst nach der Veröffentlichung.
3. ESG-Aussagen sind die häufigste Quelle für Nichteinhaltungen.
4. Der grenzüberschreitende Markt wird von wenigen Finanzjurisdiktionen dominiert.
5. Privatanleger sind am stärksten den Risiken irreführender Informationen ausgesetzt.
Der ESMA-Bericht zeigt, dass trotz des Vorhandenseins eines gemeinsamen europäischen Rahmens für die grenzüberschreitende Verbreitung von Investmentfonds die Anwendung der Marketingregeln weiterhin stark von nationalen Unterschieden geprägt ist. Obwohl die EU-Gesetzgebung allgemeine Grundsätze für kommerzielle Kommunikation festlegt, setzen die Mitgliedstaaten weiterhin unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der verwendeten Sprachen, der Formulierung von Risikowarnungen und der zusätzlichen Bedingungen für Fonds, die sich an Privatanleger richten. In der Praxis führen diese Unterschiede dazu, dass der tatsächliche Zugang zum einheitlichen Markt weiterhin von der Zieljurisdiktion abhängt, was die wirklich einheitliche Natur der grenzüberschreitenden Verbreitung einschränkt.
Was die Aufsicht betrifft, stellt die ESMA fest, dass die meisten zuständigen nationalen Behörden Marketingmaterialien erst analysieren, nachdem sie veröffentlicht und den Investoren zur Verfügung gestellt wurden. Nur eine geringe Anzahl von Mitgliedstaaten führt systematisch ex-ante-Prüfungen durch. Dieser Ansatz ermöglicht es, dass Marketingbotschaften die Öffentlichkeit erreichen, bevor mögliche Nichteinhaltungen identifiziert und korrigiert werden, wodurch ein erheblicher Teil des Informationsrisikos auf die Investoren übertragen wird.
In diesem Kontext identifiziert der ESMA-Bericht die Verwendung von umwelt-, sozial- und governancebezogenen Botschaften als die häufigste Quelle für Eingriffe der Aufsichtsbehörden und weist auf anhaltende Risiken hin, dass die Merkmale von Fonds in Marketingmaterialien irreführend dargestellt werden.
Die analysierten Daten zeigen auch, dass die grenzüberschreitende Marketingaktivität auf eine begrenzte Anzahl von Mitgliedstaaten konzentriert ist. Luxemburg und Irland generieren den größten Teil der Outbound-Benachrichtigungen, während Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sich als die Hauptziele herauskristallisieren. Diese Konzentration verstärkt den Einfluss nationaler Praktiken auf das Funktionieren des einheitlichen Marktes und verstärkt die im Bericht identifizierten Fragmentierungseffekte.
Die ESMA hebt zudem hervor, dass viele der festgestellten Probleme insbesondere die Privatanleger betreffen, die bei ihren Investitionsentscheidungen in erheblichem Maße auf Marketingmaterialien angewiesen sind. Übertriebene Aussagen über die Vorteile von ESG, kombiniert mit weniger sichtbaren oder schwer verständlichen Risikowarnungen, schaffen ein Informationsungleichgewicht, das die von dem europäischen Rahmen verfolgten Ziele zum Schutz der Investoren untergräbt.
Der ESMA-Bericht bewertet die Anwendung des europäischen Rahmens, der eingeführt wurde, um Hindernisse für die grenzüberschreitende Verbreitung von Fonds abzubauen. Die Hauptschlussfolgerung ist, dass die gesetzliche Harmonisierung nicht ausreicht, um die Aufsichts- und Marketingpraktiken zu vereinheitlichen. In Ermangelung strengerer betrieblicher Standards und häufigerer präventiver Kontrollen bleiben die Fragmentierung des Marktes und das Risiko von Greenwashing strukturelle Merkmale des einheitlichen Kapitalmarktes.
Wie sich Greenwashing in der Praxis zeigt, laut ESMA
Laut dem ESMA-Bericht tritt Greenwashing im Marketing von Investmentfonds in der Regel nicht in Form von explizit falschen Aussagen auf, sondern durch selektive, unvollständige oder unausgewogene Darstellungen der Produkteigenschaften.
In der Praxis haben nationale Behörden Situationen identifiziert, in denen Fonds ohne klar definierte Nachhaltigkeitsziele beworben werden, indem Begriffe wie „grün“, „verantwortlich“ oder „nachhaltig“ verwendet werden, ohne dass diese Aussagen durch die Anlagestrategie oder die rechtlichen Dokumente des Fonds gestützt werden. Andere Fälle betreffen Diskrepanzen zwischen Prospekten, wesentlichen Informationsdokumenten und Marketingmaterialien, was ein günstigeres Bild vermittelt als das, das aus der offiziellen Dokumentation resultiert.
Die ESMA zeigt auch, dass Greenwashing häufig durch die Betonung der ESG-Vorteile in den Werbematerialien auftritt, während Risiken oder Einschränkungen weniger sichtbar oder in schwer verständlicher Sprache dargestellt werden. Diese Praxis kann Investoren über die tatsächliche Natur des Produkts und dessen Risikoprofil irreführen.
Dieses Problem wird durch das vorherrschende ex-post-Überwachungsmodell, das von der ESMA identifiziert wurde, verstärkt, bei dem Korrekturen angefordert werden, nachdem die Marketingbotschaften bereits an die Öffentlichkeit gelangt sind. In Ermangelung häufiger präventiver Prüfungen und gemeinsamer betrieblicher Standards bleibt das Risiko von Greenwashing strukturell im einheitlichen Markt für Investmentfonds.
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