Die obere Kammer des Schweizer Parlaments hat am Mittwoch für den Bau neuer Kernkraftwerke gestimmt, eine Maßnahme, die 2017 per Referendum verboten wurde. Mit 26 Stimmen dafür und 12 dagegen wird die Änderung des Kernenergiegesetzes auch dem Nationalrat übermittelt.
Die Befürworter, insbesondere die Senatoren der Mitte-Rechts-Parteien, argumentieren, dass die Entwicklung erneuerbarer Energien nicht schnell genug voranschreitet, um den Energiebedarf des Landes zu decken. Die Opposition, vertreten durch die Grünen und Sozialisten, hat die Absicht angekündigt, die Reform einem Referendum zu unterziehen, und hebt die Risiken der Abhängigkeit von Uran aus Ländern wie Russland sowie die ungelöste Problematik der nuklearen Abfälle hervor, die seit Jahrzehnten besteht.
Diese Entscheidung kommt 15 Jahre nach dem Nuklearunfall von Fukushima, der die Schweiz 2011 dazu veranlasste, sich von der Kernenergie abzuwenden. Derzeit produzieren vier aktive Kernkraftwerke 32% der nationalen Energie, und ab 2033 werden weitere Schließungen erwartet.