Der französische Präsident Emmanuel Macron empfängt am Sonntag den kanadischen Premierminister Mark Carney in Saint-Pierre-et-Miquelon, einem französischen Hoheitsgebiet etwa 25 Kilometer vor der kanadischen Küste. Die beiden werden über die Sicherheit der Öl- und Gasversorgung, Verteidigung, kritische Mineralien und fortschrittliche Technologien sprechen – zu einem Zeitpunkt, an dem Kanada seine Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten verringert und seine Beziehungen zu Europa stärkt.
Der Besuch findet vor dem Hintergrund der durch den Krieg im Nahen Osten und die Beeinträchtigung des Transports durch die Straße von Hormus ausgelösten Energiekrise statt. Macron erklärte, Frankreich strebe eine Steigerung des Handels mit Kanada bei Erdölprodukten und verflüssigtem Erdgas an, um seine Lieferanten zu diversifizieren und den Preisdruck zu begrenzen.
Carney wird der erste kanadische Premierminister sein, der den Archipel offiziell besucht, während Macron seinerseits der erste französische Präsident ist, der den Archipel seit François Hollande im Jahr 2014 besucht.
Auf der Tagesordnung stehen ein Arbeitsessen, eine gemeinsame Erklärung und eine Zeremonie zu Ehren der Freiwilligen des Freien Frankreichs. Die Gespräche werden sich auch auf die Zusammenarbeit in den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Raumfahrt, Satelliten und Supercomputing erstrecken.
Die Wahl des Gebiets hat nach der Veröffentlichung einer Karte durch Donald Trump, auf der Kanada, Grönland und Saint-Pierre-et-Miquelon unter amerikanischer Flagge erschienen, eine starke geopolitische Bedeutung. Das Treffen vermittelt somit auch eine Botschaft über Souveränität, gemeinsame Werte und die Stärkung der europäischen Präsenz im Nordatlantik.
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