Isabel Schnabel, eine der einflussreichsten Stimmen in der Führung der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte in einem Interview mit Reuters, dass die Auswirkungen des Konflikts und die Energiepreise zu weitreichend sind, um ignoriert zu werden. Sie betonte die Notwendigkeit einer Zinserhöhung im Juni, da die Inflation im Euro-Raum erneut auf 3% gestiegen ist und damit das offizielle Ziel von 2% übersteigt.
Die steigenden Energiepreise betreffen zunehmend mehr Produkte und Dienstleistungen, und eine mögliche Zinserhöhung könnte zu höheren Kreditraten führen, was die variabel verzinsten Darlehen sowie neue Kredite für Wohn- oder Geschäftszwecke beeinträchtigen würde. Die EZB beabsichtigt, die Inflation durch die Dämpfung des Konsums zu begrenzen, aber dies könnte auch das Wirtschaftswachstum verlangsamen, das für 2026 auf nur 0,9% geschätzt wird.
Die EZB-Beamten sind besorgt über eine mögliche inflationäre Spirale, und Schnabel erwähnte, dass die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten bereits erheblich sind. Die Finanzmärkte erwarten zwei Zinserhöhungen in den nächsten 12 Monaten. Im Kontext der Eskalation des Konflikts haben die USA die Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen, was die Energiepreise weiter beeinflussen könnte.
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