Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am Donnerstag vor dem Hintergrund der zunehmenden Inflation im Euroraum sowie des durch den Krieg im Nahen Osten und die hohen Energiepreise ausgelösten Drucks um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben.
Dies ist die zweite Zinserhöhung der EZB in den vergangenen drei Monaten und die erste Serie von Erhöhungen seit drei Jahren. Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte stieg auf 2,65 Prozent, der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,9 Prozent.
Die jährliche Inflation im Euroraum stieg im August von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2023. Die Energiekomponente beschleunigte sich auf 14,3 Prozent, während die Kerninflation auf 2,4 Prozent und die Dienstleistungsinflation auf 3 Prozent sank.
Die EZB schätzt die durchschnittliche Inflation im Jahr 2026 auf 3 Prozent und erhöhte ihre Prognosen für die folgenden Jahre: auf 2,5 Prozent im Jahr 2027 und 2,1 Prozent im Jahr 2028. Die Zentralbank warnt, dass die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten die Inflation über einen längeren Zeitraum über dem Zielwert von 2 Prozent halten könnten.
Die EZB-Ökonomen sind der Ansicht, dass es sich beim aktuellen Geschehen hauptsächlich um einen Angebotsschock handelt, der sich von der Energiekrise 2021–2022 unterscheidet. Die Inflation fällt jedoch zwischen den Staaten sehr unterschiedlich aus: 4,5 Prozent in Spanien, 2,9 Prozent in Deutschland und 2,7 Prozent in Frankreich. Die Märkte beobachten nun die Entscheidungen der Zentralbanken in den USA, Japan und Großbritannien.
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