Die Europäische Kommission wird 205 Millionen Euro im Jahr 2026 für die Förderung europäischer Agrarprodukte bereitstellen, was die größte Finanzierung dieser Art bis jetzt darstellt. Über das Marketing hinaus spiegelt die Initiative eine wirtschaftliche und politische Strategie wider, die darauf abzielt, Landwirte zu unterstützen, Exporte zu stärken und europäische Standards in einem zunehmend intensiven globalen Wettbewerb zu verteidigen.
Brüssel, 17. Dezember 2025 – Die Europäische Kommission hat eine Rekordfinanzierung von 205 Millionen Euro für die Förderung europäischer Agrarprodukte im Jahr 2026 im Rahmen des jährlichen Arbeitsprogramms für die Förderpolitik angekündigt. Dies ist die größte Haushaltszuweisung, die die EU jemals für dieses Ziel bereitgestellt hat, und spiegelt die zunehmend strategische Bedeutung des Agrarsektors wider.
Kurz gesagt
Die Europäische Kommission stellt 205 Millionen € im Jahr 2026 für die Förderung von Agrarprodukten bereit.
Bis zu 160 Millionen € werden in Form von Zuschüssen vergeben.
Die EU startet eine neue Kampagne: „Buying European Food Products“.
Die Mittel zielen sowohl auf den Binnenmarkt als auch auf strategische externe Märkte ab.
Die Projektaufrufe werden im Januar 2026 von der Exekutivagentur REA gestartet.
Von der Gesamtsumme werden bis zu 160 Millionen Euro in Form von Zuschüssen an Erzeugerorganisationen, Handelsverbände und andere berechtigte Akteure im Sektor verteilt. Die Mittel werden zwischen dem Binnenmarkt der EU und den Ländern außerhalb der Union aufgeteilt, mit einem Fokus auf Regionen mit hohem Wachstumspotenzial für europäische Exporte, wie das Vereinigte Königreich, China, Japan, Südkorea, Singapur und Nordamerika.
Ein zentrales Element des Programms für 2026 ist die Einführung einer neuen paneuropäischen Kampagne, „Buying European Food Products“, die von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in der Rede zur Lage der Union angekündigt wurde. Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein der Verbraucher für die Qualität europäischer Agrarprodukte zu schärfen, die Rolle der Landwirte zu fördern und die Verbindung zwischen Produzenten und Verbrauchern in allen 27 Mitgliedstaaten zu stärken.
Neben Zuschüssen sieht das Programm auch Initiativen vor, die direkt von der Europäischen Kommission verwaltet werden, mit einem Budget von bis zu 10 Millionen Euro. Dazu gehören hochrangige Wirtschaftsmissionen in Drittländer, Informationskampagnen, die Teilnahme der EU an wichtigen internationalen Agrarmessen und die Erstellung von Leitfäden für den Zugang zu externen Märkten für Exporteure.
Die Förderpolitik ist Teil eines breiteren Kontexts der EU-Strategie für Landwirtschaft und Ernährung, die die Förderung von Agrarprodukten als ein Schlüsselinstrument für die globale Wettbewerbsfähigkeit der Union betrachtet. Die Kommission betont, dass diese Politik nicht nur zur Steigerung der Exporte beiträgt, sondern auch zur Diversifizierung der Märkte, zur Stärkung der Resilienz des Sektors und zur Unterstützung europäischer Qualitätsstandards, Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit.
Die Exekutivagentur für Forschung (REA) wird am 22. Januar 2026 zwei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlichen: eine für „einfache“ Programme, die Organisationen aus einem einzigen Mitgliedstaat einbeziehen, und eine für „multinationale“ Programme, die Organisationen aus mindestens zwei Mitgliedstaaten oder auf europäischer Ebene zusammenbringen. Die Aufrufe werden drei Monate lang geöffnet sein, und eine Informationsveranstaltung wird Ende Januar in Brüssel und online stattfinden.
Seit 2016 hat die EU über 650 Werbekampagnen unter dem Markennamen „Enjoy, it’s from Europe“ kofinanziert, was zur Stärkung des Ansehens europäischer Agrarprodukte auf den Binnen- und internationalen Märkten beigetragen hat. Der Agrarsektor bleibt eines der wenigen Bereiche mit einer positiven Handelsbilanz für die EU, und jede Milliarde Euro an Exporten in Drittländer unterstützt etwa 12.000 Arbeitsplätze in der Union.
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