Der pensionierte General Virgil Bălăceanu, ehemaliger Vertreter Rumäniens beim NATO-Hauptquartier in Brüssel und ehemaliger Chef der Multinationalen Brigade Südosteuropa, erklärt in einem Interview für „Adevărul“, warum die Europäische Union einen Europäischen Sicherheitsrat benötigt und wie dieser in Krisensituationen funktionieren könnte. Der Vorschlag stammt von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und zielt auf die Koordinierung der EU-Führungsspitzen gemeinsam mit der Ukraine, Großbritannien, Norwegen, Kanada und anderen Partnerstaaten ab.
Neu wäre die Schaffung eines politischen Mechanismus für schnelle Entscheidungen, ohne dass dieser die NATO dupliziert. Bălăceanu betont, dass das Nordatlantische Bündnis der Europäischen Union hinsichtlich militärischer Stärke und Führungskapazität weiterhin überlegen ist, jedoch auf der Grundlage des Konsenses funktioniert, was die Reaktion in bestimmten Krisen verzögern kann.
Der Rat könnte die Unterstützung für einen Mitgliedstaat koordinieren, auch im Falle hybrider Angriffe, bei denen Artikel 5 der NATO nicht automatisch geltend gemacht werden kann. Die Struktur soll die Beistandsklausel des EU-Vertrags ergänzen und eine gemeinsame Reaktion auf militärische und nichtmilitärische Bedrohungen festlegen.
Im Hinblick auf die Ukraine erklärt der General, dass die „Koalition der Willigen“ nach dem Abschluss eines Friedensabkommens Sicherheitsgarantien bieten könnte, nicht im Falle einer bloß fragilen Waffenruhe. Er ist der Ansicht, dass eine europäische Armee noch in weiter Ferne liegt, die EU-Staaten jedoch rasch ihre eigenen Verteidigungsfähigkeiten ausbauen müssen.
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