Die Europäische Union muss ihre Vorbereitungen im Verteidigungsbereich beschleunigen, da die Bedrohungen für Europa zunehmen, warnte Kaja Kallas, die Chefdiplomatin Europas. Sie ist der Ansicht, dass das Ziel, bis 2030 das Niveau der militärischen Einsatzbereitschaft zu erreichen, angesichts der anhaltenden Eskalation Russlands und seiner fortgesetzten Erprobung der europäischen Grenzen zu weit entfernt liegt.
In einem Interview mit der belgischen Zeitung Le Soir erklärte Kallas, dass die Angriffe bereits europäisches Territorium erreicht hätten und dass die Union schneller handeln müsse. Die europäische Amtsträgerin kritisierte auch die übermäßige Verwendung des Begriffs „hybride Angriffe“, der ihrer Ansicht nach zu vage ist, um die aktuelle Situation zu beschreiben.
Kallas warf Russland vor, Personen, die als Diplomaten auftreten, zur Anwerbung von Kriminellen einzusetzen, die an Sabotageakten beteiligt sind. Sie schlug die Bildung einer hochrangigen Expertengruppe vor, die in der Lage wäre, konkrete Maßnahmen zur Beschleunigung der europäischen Verteidigungsvorbereitungen zu empfehlen.
Die Initiative wurde jedoch durch den Widerstand einiger Mitgliedstaaten blockiert, und die Einrichtung der Gruppe wurde abgesagt. Kallas erklärte, dass sie das Ziel nicht aufgebe und nach alternativen Lösungen zur Stärkung der europäischen Verteidigung suchen werde.
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