Der Direktor von INSCOP, Remus Ștefureac, warnt davor, dass der Vertrauensverlust in die traditionellen Parteien, die anhaltende politische Krise und die wirtschaftliche Unzufriedenheit immer mehr Wähler zur AUR treiben. Er hält das Szenario für realistisch, dass die Partei von George Simion mangels einer glaubwürdigen Alternative allein die absolute Mehrheit erreicht.
In einem Interview für Aktual 24, das von dem Vergleich mit dem sehr hohen Ergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt und der Vorstellung ausging, dass Rumänien eine ähnliche Situation durchläuft, in der die AUR offenbar zum Hauptprofiteur der sozialen und politischen Frustrationen geworden ist, sagt Ștefureac, dass ihn nicht überrascht, dass die AUR bei etwa 40 % bleibt, sondern dass die Partei angesichts der aufeinanderfolgenden Krisen und der mangelnden Kohärenz der Regierungsführung nicht noch stärker zulegt.
Der Direktor von INSCOP legt den Schwerpunkt auf die Blockade der traditionellen Parteien, ihre Streitigkeiten untereinander und ihre Unfähigkeit, einen funktionierenden politischen Kompromiss aufzubauen. Seiner Ansicht nach sehen die Menschen höhere Preise, schwerer zu begleichende Rechnungen und wenige wirtschaftliche Chancen, erhalten aber von der politischen Klasse kein klares Entwicklungsprojekt. Diese Kluft zwischen der öffentlichen Agenda und der Agenda der Parteien würde einen fruchtbaren Boden für radikalen Populismus schaffen.
Ștefureac erklärt, dass das Wählerpotenzial des radikalen Lagers bereits sehr groß ist: Wenn man die Unterstützung für die AUR und für Parteien wie SOS oder POT zusammenzählt, liegt das Ergebnis bei über 46–47 % der Wahlabsicht. Er sagt außerdem, dass sich diese Stimmen mangels neuer und glaubwürdiger Alternativen noch stärker bündeln können.
Ein weiteres angeführtes Argument ist das Gefühl sozialer Verlassenheit, das auch in Ostdeutschland, aber ebenso in Rumänien anzutreffen ist, wo die Nostalgie nach dem Kommunismus weiterhin stark ausgeprägt ist. Seiner Ansicht nach zieht die AUR nicht nur Wähler aus ländlichen Gebieten, der Diaspora und Kleinstädten an, sondern auch Gruppen wie Kleinunternehmer – vor dem Hintergrund der Unzufriedenheit mit den Lebenshaltungskosten und dem Mangel an Perspektiven.
Dennoch weist Ștefureac die Vorstellung eines unmittelbar bevorstehenden Abgleitens in den Totalitarismus zurück. Er sagt, dass die rumänische Gesellschaft in 35 Jahren durch Regierungswechsel und eine aktive Zivilgesellschaft Widerstandsfähigkeit bewiesen habe, warnt jedoch davor, dass die negativen Auswirkungen der aktuellen Krise bereits sichtbar seien und sich verschärfen könnten.
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