Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) am Mittwoch vorgeworfen, mit ihrer Kampagne zur „Remigration“ eine „ethnische Säuberung“ anzustreben. Es war seine erste öffentliche Auseinandersetzung mit der Partei nach deren Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag.
In einer angespannten Debatte im Bundestag erklärte Merz, die massenhafte Ausweisung von Einwanderern würde die deutsche Wirtschaft schwer beeinträchtigen. Millionen Menschen aus dem Ausland arbeiten in Deutschland in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Restaurants und anderen wichtigen Bereichen. Der Bundeskanzler unterschied jedoch zwischen Einwanderern, die arbeiten und zum Wohlstand des Landes beitragen, und Personen ohne dauerhaftes Aufenthaltsrecht, die seiner Ansicht nach ausgewiesen werden müssen.
Die AfD erhielt in Sachsen-Anhalt fast 44 Prozent der Stimmen, verfügt jedoch nicht über die absolute Mehrheit. Merz warf der Partei vor, die Gesellschaft zu spalten und gemeinsame Sache mit Russland zu machen. Zugleich kritisierte er das Schweigen der AfD zu einem gescheiterten Kamikaze-Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig, der nach Angaben Berlins in Russland geplant wurde. Auch in den bundesweiten Umfragen liegt die AfD mit 28 bis 29 Prozent vorn, während die Koalition von Merz an Zustimmung verliert.
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