Singapur hat eine nationale Kampagne gestartet, die Einwohner dazu ermutigen soll, mindestens 15 Minuten am Tag zu lesen. Damit soll dem nachlassenden Interesse am Lesen und der zunehmend langen Zeit am Smartphone entgegengewirkt werden. Das für fünf Jahre geplante Programm befindet sich bis zum Jahresende in der Pilotphase.
Die Teilnehmer können täglich nur eine einzige Lesesitzung registrieren und erhalten für jede Sitzung von mindestens 15 Minuten 20 virtuelle Münzen. Sobald sie 1.000 Münzen angesammelt haben – das entspricht 50 Lesetagen –, können sie einen Singapur-Dollar erhalten, umgerechnet etwa 3,58 Lei.
Die Behörden erklären, die Initiative solle das Lesen zu einer Gewohnheit machen und tiefes Lesen fördern. Fachleuten zufolge stärkt dieses die Aufmerksamkeit, das kritische Denken und die Vorstellungskraft. Das Programm setzt auf Gamification mit Punkten und Belohnungen, um das Lesen attraktiver zu machen.
Die Kampagne umfasst auch eine wohltätige Komponente. Die Organisatoren hoffen, in diesem Jahr Millionen Leseminuten zu sammeln und Spenden von bis zu 150.000 Singapur-Dollar zu generieren.
Die Initiative hat jedoch auch Debatten ausgelöst. Befürworter sind der Ansicht, dass die finanzielle Belohnung einen nützlichen Anreiz darstellen kann, während Kritiker sich fragen, ob sie eine nachhaltige Leidenschaft für Bücher entwickeln kann. Psychologen warnen, dass Geld vor allem diejenigen motiviert, die bereits am Lesen interessiert sind.
Das Programm steht vor dem Hintergrund der Sorgen über „Doomscrolling“ und den ständigen Konsum von Online-Inhalten. In Rumänien haben nach Angaben aus dem Jahr 2022 etwa 29,5 % der Menschen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein Buch gelesen.
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