Die Europäische Union hat Spanien am Mittwoch Nothilfe in Höhe von 114,7 Millionen Euro zur Bewältigung der Krise in der Exklave Ceuta gewährt, nachdem Ende Juli rund 70.000 Migranten aus Richtung Marokko eingetroffen waren.
Die Mittel sollen zur Verstärkung der Grenzüberwachung, zur Anschaffung von Ausrüstung, darunter Wärmebildkameras, sowie zur Entsendung zusätzlichen Personals eingesetzt werden. Brüssel wird außerdem die Rückführung von Personen unterstützen, die sich illegal in Ceuta aufhalten, und den Ausbau der Aufnahmekapazitäten für unbegleitete Minderjährige fördern.
Die Migranten gelangten am 30. und 31. Juli zu Fuß oder schwimmend in die Enklave. Der Zustrom führte zu Dutzenden Todesfällen und Vermissten. Obwohl die meisten Menschen das Gebiet anschließend wieder verließen, befinden sich nach Schätzungen der zentralen und lokalen Behörden noch zwischen 5.000 und 10.000 Migranten in Ceuta.
Der Präsident der Enklave, Juan Jesús Vivas, forderte eine dauerhafte Präsenz der Europäischen Union, auch durch die Agentur Frontex, und warf Marokko vor, die Krise zugelassen oder verursacht zu haben. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte jedoch, die Nachrichtendienste hätten keine stichhaltigen Beweise für eine Beteiligung der marokkanischen Behörden vorgelegt.
Die spanische Justiz hat Ermittlungen eingeleitet, nachdem ein Bericht auf die „Nachsicht“ der marokkanischen Sicherheitskräfte während des Zustroms hingewiesen hatte.
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