Die EU-Führer verknüpfen die Unterstützung für die Ukraine mit dem zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen und weisen darauf hin, dass Sicherheit, Verteidigung und Resilienz nach 2027 stärker in die finanziellen Zuweisungen der Union einfließen werden.
Brüssel, 19. Dezember 2025 – Der Europäische Rat hat bestätigt, dass die finanzielle und militärische Unterstützung für die Ukraine ein strukturelles Element des zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) der Europäischen Union werden wird und signalisiert, dass der von Russland ausgelöste Krieg die haushaltspolitischen Prioritäten der EU für die Zeit nach 2027 direkt beeinflusst.
Kurz gesagt
Der Europäische Rat hat den zukünftigen MFR im Kontext der Unterstützung für die Ukraine diskutiert.
Der Krieg wird zu einem strukturellen Faktor in der Haushaltsplanung der EU.
Es werden erhöhte Prioritäten für Sicherheit und Verteidigung berücksichtigt.
Die Unterstützung für die Ukraine ist mit langfristigen haushaltspolitischen Garantien verknüpft.
Ein Einvernehmen über den neuen MFR wird bis Ende 2026 angestrebt.
In den Schlussfolgerungen, die auf dem Treffen vom 18. bis 19. Dezember 2025 angenommen wurden, haben die EU-Führer den zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen parallel zu den Entscheidungen über die Finanzierung der Ukraine für die Jahre 2026-2027 analysiert. Dieser Ansatz markiert einen Perspektivwechsel, da die Unterstützung für die Ukraine nicht als außergewöhnliche Maßnahme, sondern als dauerhafte Komponente der EU-Politik behandelt wird.
Der Rat hat betont, dass die durch den Krieg erzeugten Sicherheitsbedürfnisse in der Struktur des Haushalts nach 2027 berücksichtigt werden müssen, zusammen mit Wettbewerbsfähigkeit und Kohäsion.
Die Integration der Unterstützung für die Ukraine in die Haushaltsdiskussion wirft Fragen zur Umverteilung von Ressourcen zwischen den traditionellen Politiken der EU, wie Kohäsion und gemeinsamer Agrarpolitik, und den neuen Prioritäten im Zusammenhang mit Sicherheit, Verteidigung und externer Unterstützung auf.
Obwohl die Schlussfolgerungen keine Details zu den Beträgen oder den betroffenen Programmen enthalten, ist das politische Signal klar: Sicherheit wird zu einer obersten haushaltspolitischen Priorität.
Der Europäische Rat hat das von der dänischen Präsidentschaft vorbereitete "Negotiating Box" zur Kenntnis genommen und die Fortsetzung der Arbeiten auf dem Weg zu einer Einigung über den MFR vor Ende 2026 gefordert. Ein solcher Zeitplan würde die Verabschiedung der erforderlichen Gesetzgebungsakte im Jahr 2027 ermöglichen und Verzögerungen beim Zugang zu den Mitteln ab 2028 vermeiden.
Diese Beschleunigung ist durch den geopolitischen Kontext und die Notwendigkeit einer erhöhten haushaltspolitischen Vorhersehbarkeit für die Mitgliedstaaten und Begünstigten gerechtfertigt.
Die haushaltspolitische Diskussion ist eng mit der Unterstützung der EU für den europäischen Weg der Ukraine verbunden. Die EU-Führer haben bekräftigt, dass die schrittweise Integration der Ukraine in die europäischen Politiken erhebliche haushaltspolitische Kosten mit sich bringt, die im Voraus antizipiert und geplant werden müssen.
So wird die Ukraine zunehmend als zukünftiger struktureller Begünstigter des EU-Haushalts behandelt, noch bevor sie formal beitritt.
Der aktuelle mehrjährige Finanzrahmen deckt den Zeitraum 2021-2027 ab. Die Verhandlungen über den nächsten Haushalt, der 2028 beginnen wird, finden in einem Kontext statt, der durch den Krieg in der Ukraine, den Druck auf die europäische Sicherheit und die Notwendigkeit, die strategische Autonomie der EU zu stärken, geprägt ist.
Die Europäische Kommission wird weiterhin die haushaltspolitischen Vorschläge vorbereiten, während der Rat und das Europäische Parlament 2026 die Verhandlungen intensivieren werden. Die Unterstützung für die Ukraine wird voraussichtlich ein zentrales Thema der haushaltspolitischen Debatten in den nächsten zwei Jahren bleiben.