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Die australisch-chinesische Journalistin Cheng Lei, die nach fast drei Jahren Haft in China freigelassen wurde, sagt, dass ihre Geschichte nicht nur eine persönliche ist, sondern auch eine Warnung für die Presse, die über das Regime in Peking berichtet.
Cheng Lei wurde zu einer der bekanntesten Figuren des Journalismus, der zwischen Geopolitik und Repression gefangen ist. In China geboren und in Australien ansässig, arbeitete sie in der englischsprachigen Presse in Shanghai und machte sich durch ihre Fähigkeit einen Namen, dem internationalen Publikum ein schwer zugängliches und zunehmend undurchsichtiges Land zu erklären.
Ihre Verhaftung in China verwandelte diese Karriere jedoch in einen internationalen Fall. Fast drei Jahre lang wurde Cheng Lei in Haft gehalten – in einem Fall, der die Aufmerksamkeit von Regierungen, Medienorganisationen und Verteidigern der Pressefreiheit auf sich zog. Für viele wurde der Vorfall zum Symbol dafür, wie die chinesischen Behörden unabhängigen Journalismus oder jede als unbequem wahrgenommene Stimme behandeln.
Warum
Cheng Lei wurde im August 2020 vor dem Hintergrund der diplomatischen Spannungen zwischen Peking und Canberra von den chinesischen Behörden festgenommen. Zunächst wurde sie beschuldigt, illegal Staatsgeheimnisse ins Ausland geliefert zu haben. Es folgte eine lange Haftzeit, größtenteils an einem geheimen Ort, mit eingeschränktem Zugang zu konsularischer Unterstützung und ohne klare Informationen über den Stand der Ermittlungen; im Februar 2021 wurde sie formell verhaftet, und im März 2022 wurde ihr unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gemacht, wegen „illegaler Lieferung von Staatsgeheimnissen ins Ausland“, wobei ihr sogar lebenslange Haft drohte. Die australischen Behörden äußerten wiederholt ihre Besorgnis über ihre Haftbedingungen, und der Fall blieb bis zu ihrer Freilassung im Jahr 2023 undurchsichtig.
Lehren
Nach ihrer Freilassung kehrte Cheng Lei nicht mit einer Siegesgeschichte zurück, sondern mit einer Geschichte der Nüchternheit. Ihre Botschaft lautet, dass China tiefgründiger, mit größerer Genauigkeit und mit weniger Klischees verstanden werden muss. Aus ihrer Sicht darf der Journalismus über China nicht an der Oberfläche bleiben, denn die politische und gesellschaftliche Realität ist weitaus komplexer als das Bild, das oft von außen vermittelt wird.
Ihr Fall hat auch eine starke symbolische Bedeutung. Cheng Lei ist zugleich eine Journalistin, die beruflich außerhalb des chinesischen Systems ausgebildet wurde, und eine Person mit chinesischen Wurzeln, gefangen zwischen zwei Welten, die immer schwieriger miteinander kommunizieren. Gerade diese Position machte ihre Geschichte nicht nur für die australische Presse relevant, sondern auch für die weltweite Debatte über die Meinungsfreiheit.
Die Erfahrung der Haft machte sie zu einer glaubwürdigen Zeugin. Ihre Worte über die Notwendigkeit, in die Geschichte Chinas „tiefer einzudringen“, stammen aus einer direkten Erfahrung mit den Kontrollmechanismen des Staates. In diesem Sinne geht es im Fall Cheng Lei nicht mehr nur um eine freigelassene Journalistin, sondern um den Preis der Wahrheit in einem Raum, in dem Information als politischer Einsatz behandelt wird.
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