Die Europäische Union schlägt eine Einschränkung der Exporte von Metallabfällen nach Indien und Ägypten vor, nachdem die beiden Länder nicht nachgewiesen haben, dass sie über ausreichende Kontrollen für deren umweltgerechte Behandlung verfügen. Die Maßnahme könnte zwei der wichtigsten Abnehmer von Schrott aus Europa betreffen.
Im Jahr 2025 exportierten die EU-Staaten fast 19 Millionen Tonnen Schrott, mehr als die Hälfte der gesamten außerhalb des Staatenbundes verkauften recycelbaren Rohstoffe. Indien importierte mehr als 850.000 Tonnen, Ägypten mehr als 1,3 Millionen Tonnen.
Nach Einschätzung der Europäischen Kommission haben die Behörden der beiden Staaten keine ausreichenden Belege dafür vorgelegt, dass die aus der EU stammenden Abfälle „ökologisch sachgerecht“ behandelt werden, unter anderem durch wirksame Kontrollen zur Vermeidung von Umweltverschmutzung. Brüssel will Indien und Ägypten bis zum 16. Oktober zu möglichen Ausnahmen konsultieren; die endgültige Liste der zugelassenen Länder soll im November verabschiedet werden.
Die neuen europäischen Vorschriften sehen vor, dass Exporte nicht gefährlicher Abfälle in Nicht-OECD-Staaten ab Mai 2027 verboten werden, mit Ausnahme jener Länder, die eine Sondergenehmigung erhalten. Indien und Ägypten könnten jedoch weiterhin Papier, Holz, Gummi und Textilabfälle importieren. Die Entscheidung fällt, nachdem die Kommission kürzlich ihre Pläne zur Einführung von Abgaben auf Aluminiumabfallexporte aufgegeben hat.
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