AirBaltic hat am Montag den Schutz nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts beantragt und ist damit die erste europäische Fluggesellschaft, die während des aktuellen Konflikts mit dem Iran auf dieses Verfahren zurückgreift. Der Schritt verstärkt die Befürchtungen hinsichtlich eines schwierigen Winters für kleinere Fluggesellschaften, die von rückläufigen Buchungen und steigenden Treibstoffkosten betroffen sind.
Der Kerosinpreis hat sich seit Beginn des Krieges verdoppelt, und eine Fortdauer der Blockade in der Straße von Hormus könnte die Kosten auf hohem Niveau halten. Die Fluggesellschaften arbeiten mit geringen Margen und gehen in die kalte Jahreszeit, nachdem sie einen Teil der während des Sommers angesammelten Liquidität aufgebraucht haben.
Der Druck ist auch bei den großen Betreibern spürbar. Wizz Air meldete im ersten Quartal höhere operative Verluste und rechnet mit einem sofortigen Umsatzrückgang, obwohl die Zahl der Passagiere im August mit 8,7 Millionen einen Rekord erreichte. Das Unternehmen verweist auf seine solide Liquidität, den Schutz vor Treibstoffpreisschwankungen und die effiziente Flotte.
AirAsia sucht zusätzliches Kapital, während Air Transat die Kosten senkt. In Europa könnte die Krise die Konsolidierung des Marktes beschleunigen, indem Gruppen wie IAG, Lufthansa oder Air France-KLM einige Strecken übernehmen. Wizz Air hat Interesse an den TAROM-Strecken bekundet, doch das rumänische Unternehmen erklärt, dass ein Konkurs nicht in Betracht gezogen wird. AirBaltic sucht einen strategischen Investor, und das US-amerikanische Verfahren könnte dem Unternehmen die notwendige Zeit für eine Umstrukturierung und Erholung verschaffen.
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