Der norwegische Düngemittelhersteller Yara International hat am Montag in Sluiskil in der Provinz Zeeland im Süden der Niederlande die größte Anlage zur Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff (CCS) in Europa eingeweiht. Das Projekt soll die Emissionen des Düngemittelwerks reduzieren und das abgeschiedene Kohlendioxid nach Norwegen transportieren.
Ab 2026 wird die Anlage Yara Sluiskil jährlich bis zu 800.000 Tonnen CO2 abscheiden und verflüssigen können. Der Kohlenstoff wird vom Betreiber Northern Lights transportiert und in einer Tiefe von 2,6 Kilometern unter dem Meeresboden der Nordsee auf dem norwegischen Kontinentalschelf gespeichert.
Yara schätzt, dass das Projekt in den kommenden 15 Jahren etwa 12 Millionen Tonnen CO2 entfernen wird.
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere bezeichnete die Anlage als eine wissenschaftlich fortschrittliche und wirtschaftlich tragfähige Lösung zur Verringerung der Industrieemissionen.
Die CCS-Technologie wird von der Europäischen Union im Rahmen ihrer Strategie zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 unterstützt, insbesondere in Industrien, in denen emissionsarme Alternativen begrenzt sind.
Dennoch kam es bei den Projekten aufgrund der Kosten, der Zweifel an der Rentabilität und des Widerstands von Aktivisten zu Verzögerungen.
Kritiker argumentieren, dass diese Technologie es Unternehmen ermöglichen könnte, die Öl- und Gasproduktion aufrechtzuerhalten, indem sie auf die künftige Abscheidung der Emissionen setzen.
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