Norwegen bereitet die Erschließung des Fen-Komplexes vor, der als das größte bekannte Vorkommen seltener Erden in Europa gilt. Das rund 150 Kilometer südwestlich von Oslo gelegene Vorkommen soll 15,9 Millionen Tonnen Oxide seltener Erden enthalten, die für Elektroautos, die Produktion erneuerbarer Energie und militärische Ausrüstung unverzichtbar sind.
Die norwegische Regierung will spätestens 2028, möglichst aber früher, einen Plan für die Entwicklung der Bergbauanlagen vorlegen. Das Unternehmen Rare Earths Norway, das die Abbaurechte besitzt, schätzt, dass der Abbau in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre beginnen könnte.
Das Projekt wird jedoch durch Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes verzögert. Studien haben in dem Gebiet 78 gefährdete Tier- und Pflanzenarten identifiziert, darunter seltene Käfer, Bäume, Moose und Pilze. Das Unternehmen erklärt, die Mine werde „unsichtbar“ sein, da der Abbau und die Zerkleinerung unter Tage stattfinden sollen. An der Oberfläche werden Aufbereitungsanlagen errichtet; ihr Standort wird derzeit geprüft.
Anfang des Jahres übernahm die Regierung von der Gemeinde die Planungsarbeiten und die Bewertung alternativer Standorte. Das Projekt könnte die europäische Versorgung mit kritischen Rohstoffen stärken – zu einem Zeitpunkt, an dem Europa in hohem Maße von China abhängig ist und auf dem Kontinent derzeit keine Vorkommen seltener Erden abgebaut werden.
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