In einer umfassenden Rede enthüllt die Präsidentin der Kommission Pläne für ein Geschäftsmodell "EU Inc.", eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben um 800 Milliarden Euro und eine robuste arktische Strategie zur Bekämpfung der US-Zölle.
Davos, 20. Januar 2026 – Heute, bei einer Sonderansprache im Weltwirtschaftsforum, erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass Europa die aktuelle geopolitische Instabilität als Gelegenheit nutzen müsse, um eine neue Form von "europäischer Unabhängigkeit" aufzubauen. In einer Rede, die von regulatorischen Überprüfungen bis zur arktischen Sicherheit reichte, kündigte sie eine bevorstehende Reise nach Indien an, um das zu finalisieren, was sie als "Mutter aller Vereinbarungen" bezeichnete.
Zusammenfassung
Von der Leyen kündigte eine Reise nach Indien an, um ein historisches Handelsabkommen abzuschließen, das einen kombinierten Markt von 2 Milliarden Menschen schaffen wird.
Die Kommission wird ein "28. Regime" (EU Inc.) vorschlagen, um Unternehmen zu ermöglichen, unter einem einheitlichen Regelwerk innerhalb des Blocks zu operieren.
Die Präsidentin wies die US-Zölle zurück und bekräftigte die "nicht verhandelbare" Unterstützung für Grönland und kündigte eine neue europäische arktische Sicherheitsstrategie an.
Anlässlich des 55. Jahrestages des Treffens in Davos betonte von der Leyen, dass "Nostalgie die alte Ordnung nicht zurückbringen wird" und dass Europa sich ständig verändern müsse, um strukturelle Abhängigkeiten zu verringern. Ein zentraler Pfeiler dieser Transformation ist der Handel. Frisch nach der Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens in Asunción enthüllte sie, dass sie unmittelbar nach dem Forum nach Indien reisen werde. "Wir stehen an der Schwelle zu einem historischen Handelsabkommen", sagte sie und beschrieb es als einen Pakt, der Europa mit einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt verbinden würde.
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, enthüllte von der Leyen einen radikalen Vorschlag für ein "28. Regime", informell "EU Inc." genannt. Dieser rechtliche Rahmen zielt darauf ab, die Fragmentierung nationaler Vorschriften zu umgehen, sodass Unternehmer ein Unternehmen vollständig online innerhalb von 48 Stunden registrieren und unter einem einheitlichen Regelwerk in der gesamten Union operieren können. "Wir brauchen ein System, in dem Unternehmen Geschäfte machen können... so einfach wie auf einheitlichen Märkten wie den USA oder China", erklärte sie.
Was die Sicherheit betrifft, betonte die Präsidentin, dass die Mitgliedstaaten bis 2030 bis zu 800 Milliarden Euro für die Verteidigung mobilisieren. Sie erwähnte, dass die europäische Verteidigungsindustrie ihren Marktwert seit 2022 verdreifacht hat, indem sie neue "Einhörner" in der KI- und Drohnentechnologie schützt. In Bezug auf die Ukraine bestätigte sie ein Darlehen von 90 Milliarden Euro für 2026-2027 und die dauerhafte Immobilisierung russischer Vermögenswerte und erklärte, dass Russland "keine Anzeichen für die Suche nach Frieden" zeige.
Die Rede nahm eine wichtige Wendung in der Ansprache zu den jüngsten Spannungen mit den Vereinigten Staaten bezüglich Grönland. Von der Leyen kritisierte die von den USA vorgeschlagenen zusätzlichen Zölle als "Fehler unter langjährigen Verbündeten" und erinnerte Washington daran, dass "ein Abkommen ein Abkommen ist".
Sie präsentierte einen vier Punkte umfassenden Plan für die arktische Sicherheit:
Vollständige Solidarität: Die Souveränität Grönlands und Dänemarks ist "nicht verhandelbar".
Investitionen: Eine massive Erhöhung der europäischen Investitionen in die Infrastruktur Grönlands.
Fähigkeiten: Die Nutzung der Erhöhung der Verteidigungsausgaben zur Entwicklung unabhängiger Fähigkeiten europäischer Eisbrecher.
Allianzen: Stärkung der Sicherheitspartnerschaften mit Großbritannien, Kanada, Norwegen und Island.
"Europa bereitet seine eigene Sicherheitsstrategie vor, die wir im Laufe dieses Jahres veröffentlichen wollen", schloss sie und signalisierte einen Übergang zu einer autonomeren geostrategischen Position.
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