Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schätzt, dass die Wirtschaft des Landes 2026 um rund 1 % wachsen könnte. Das sagte sie in einem Interview mit der Zeitung Il Foglio. Die Äußerung fällt in einen Kontext, in dem Italien versucht, die wirtschaftliche Erholung trotz hoher Energiekosten, geringer Produktivität und der sehr hohen Staatsverschuldung zu beschleunigen.
Meloni erklärte, die Daten der ersten sechs Monate des Jahres deuteten auf ein Wachstum von 1 % hin – ein Niveau, das mit dem der Eurozone vergleichbar oder sogar höher sei. Sie räumte jedoch ein, dass die italienische Wirtschaft in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten gehabt habe, eine nachhaltige und konstante Entwicklung zu erreichen. Die Ministerpräsidentin erklärte, dass die von der Regierung zur Verringerung dieser Probleme beschlossenen Maßnahmen erst mittelfristig sichtbare Ergebnisse bringen würden.
Im April schätzte die Regierung in Rom das Wirtschaftswachstum für 2026 auf 0,6 %. Im vergangenen Monat revidierte das unabhängige italienische Haushaltsüberwachungsorgan UPB seine Prognose auf 0,9 %.
Offizielle Daten zeigen, dass Italiens Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 um 0,2 % gewachsen ist, nachdem es in den ersten drei Monaten um 0,3 % zugelegt hatte. Im vergangenen Jahr verzeichnete die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ein Wachstum von lediglich 0,5 %, und das BIP lag in den vergangenen drei Jahren trotz der europäischen Mittel zur wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie nicht über 1 %.
Die schwache Wirtschaftsleistung setzt auch die öffentlichen Finanzen unter Druck. Der IWF schätzt, dass Italien Griechenland 2026 überholen und den höchsten Anteil der Staatsverschuldung am BIP in der Eurozone aufweisen wird: 138,4 % gegenüber 136,9 % in Griechenland.
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