Finnland hat beschlossen, sich der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagenen Initiative zur erweiterten nuklearen Abschreckung anzuschließen, wie Frankreich und Finnland in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gaben. In den kommenden Monaten wird eine nukleare Koordinierungsgruppe eingerichtet, um die Modalitäten der Zusammenarbeit festzulegen.
Finnland ist damit nach dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen das zehnte europäische Land, das an der französischen Initiative teilnimmt. Die Zusammenarbeit kann gemeinsame Übungen und möglicherweise die vorübergehende Stationierung bestimmter Elemente der französischen Nuklearstreitkräfte außerhalb des französischen Hoheitsgebiets umfassen. Die endgültige Entscheidung über den Einsatz der Waffen bleibt jedoch beim französischen Präsidenten.
Der finnische Präsident Alexander Stubb erklärte, die Initiative ziele darauf ab, die europäische Sicherheit zu stärken und Eskalationen zu verhindern, ohne die nukleare Abschreckung der NATO zu ersetzen. Helsinki beabsichtigt nicht, in Friedenszeiten Atomwaffen auf seinem Hoheitsgebiet zu stationieren, während die NATO und die Europäische Union die wichtigsten Handlungsrahmen Finnlands bleiben.
Die Ankündigung erfolgte im Kontext einer neuen französisch-finnischen strategischen Partnerschaft. Macron aktualisierte im März die französische Nukleardoktrin und schlug eine stärkere Einbindung der europäischen Verbündeten vor, jedoch ohne die Schaffung eines formellen nuklearen Schutzschirms, der dem von den Vereinigten Staaten angebotenen ähnlich wäre.
Finnland, das eine 1.340 Kilometer lange Grenze zu Russland hat, hat seine Verteidigung nach der russischen Invasion in der Ukraine verstärkt. Das Land trat im April 2023 der NATO bei, und im Juni verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das das vollständige Verbot von Atomwaffen aufhob.
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