Die Europäische Kommission gab am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, bekannt, dass die Versorgung mit Diesel und Flugkraftstoff angespannt bleibt, es in Europa jedoch keinen physischen Mangel an diesen Produkten gibt. Die Einschätzung erfolgt vor dem Hintergrund des Risikos neuer Störungen auf den Ölmärkten und der internationalen Bemühungen, die noch nicht freigegebenen Mengen aus den Notfallreserven schneller auf den Markt zu bringen.
Kurz zusammengefasst
Die Europäische Kommission erklärt, dass es bei der Bewertung vom 22. Oktober in Europa keinen physischen Mangel an Diesel oder Flugkraftstoff gab, obwohl die Versorgung angespannt und neuen Störungen ausgesetzt blieb.
Der Kontext im September zeigt hohe Preise und kommerzielle Lagerbestände unter dem Fünfjahresdurchschnitt im Hub Amsterdam–Rotterdam–Antwerpen, die jedoch in den vorangegangenen Wochen stabil geblieben waren. Die Notfallreserven waren hoch und verfügbar.
Am 15. Oktober vereinbarten die Mitgliedstaaten der IEA, die verbleibenden Freigaben aus der im März eingeleiteten gemeinsamen Maßnahme zu beschleunigen. Rund 330 Millionen Barrel waren bereits freigegeben worden, etwa 100 Millionen mussten je nach nationalen Umständen noch freigegeben werden.
Die Pläne umfassen mehr als 20 Millionen Barrel Diesel, die so bald wie möglich auf den Markt gelangen sollen. Die Mengen sind Teil der bestehenden internationalen Maßnahme und keine neue für Europa bestimmte Zuteilung; die ursprüngliche Zusage vom März belief sich auf 400 Millionen Barrel.
Die Kommission bereitet den von Dan Jørgensen und Andrius Kubilius geleiteten Dialog mit den Raffinerien vor, um Kosten zu senken und die Versorgung, auch für die Verteidigung, zu sichern. Am 22. Oktober war der Termin des Treffens noch nicht festgelegt.
Die Kommission wird die Lage gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten und der IEA weiter beobachten. Die Agentur fordert, das Angebot dort zu erhöhen, wo Kapazitäten vorhanden sind, und betont die Bedeutung eines freien Energiehandels; die EU-Staats- und Regierungschefs unterstützen einen kurzfristigen Rahmen zur Optimierung der Raffinerien.
Die Schlussfolgerung wurde nach der Sitzung der europäischen Koordinierungsgruppe für Erdöl, Oil Coordination Group, vom 21. Oktober formuliert. An den Gesprächen nahmen Experten der Kommission, Vertreter der EU-Staaten, der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Energiegemeinschaft teil. Die Kommission wird die Lage gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und der IEA weiter beobachten, vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit, die den Ölmarkt beeinträchtigt.
Die Spannungen zeigen sich auch in hohen Preisen, selbst wenn Kraftstoffe verfügbar sind. In ihrer Bewertung vom 29. September erklärte die Kommission, dass Diesel und Flugkraftstoff hohe Preise aufwiesen und die kommerziellen Lagerbestände im Hub Amsterdam–Rotterdam–Antwerpen unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lagen, obwohl sie in den vorangegangenen Wochen stabil geblieben waren. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die europäischen Raffinerien zudem nahezu an ihrer maximalen Kapazität, während die Notfallreserven hoch und für mögliche Störungen verfügbar waren.
Auf internationaler Ebene vereinbarten die IEA-Mitgliedstaaten am 15. Oktober, die Freigabe der verbleibenden Mengen im Rahmen der im März 2026 eingeleiteten gemeinsamen Maßnahme als Reaktion auf die Krise in der Straße von Hormus zu beschleunigen. Nach Angaben der Agentur waren bereits etwa 330 Millionen Barrel freigegeben worden; für die verbleibenden rund 100 Millionen sollten die notwendigen Maßnahmen für eine rechtzeitige Freigabe ergriffen werden, unter Berücksichtigung der nationalen Umstände.
Die Pläne umfassen mehr als 20 Millionen Barrel Diesel, die so bald wie möglich auf den Markt gelangen sollen. Diese Mengen sind Teil der beschleunigten Freigabe der verbleibenden Bestände und stellen keine neue, Europa vorbehaltene Zuteilung dar. Die ursprüngliche Zusage vom März belief sich auf 400 Millionen Barrel; die endgültige Gesamtmenge kann höher ausfallen, da einige Staaten mehr freigegeben haben als zugesagt und andere beabsichtigen, ebenso vorzugehen.
Der Verwaltungsrat der IEA ermutigte auch Staaten mit Förder- und Raffineriekapazitäten, das Angebot an Rohöl und raffinierten Produkten, insbesondere Diesel, zu erhöhen. Die Agentur betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung eines freien Energiehandels und wird die Fortschritte der gemeinsamen Maßnahme verfolgen, um zu bewerten, ob zusätzliche Interventionen erforderlich sind.
Parallel dazu bereitet Brüssel einen strategischen Dialog mit den europäischen Raffinerien vor. Die Kommission informierte die Koordinierungsgruppe über die Vorbereitungen und kündigte an, dass die Gespräche bald unter der Leitung der Kommissare Dan Jørgensen, zuständig für Energie und Wohnungswesen, und Andrius Kubilius, zuständig für Verteidigung und Raumfahrt, stattfinden werden. Die Mitteilung vom 22. Oktober nennt keinen Termin.
Ziel des Dialogs ist es, die Kosten zu senken und die Versorgung sicherzustellen, die Europa benötigt, auch für die Verteidigung, wie Ursula von der Leyen am 6. Oktober im Europäischen Parlament erläuterte. Die Beteiligung der beiden Ressorts verknüpft die Diskussion über Raffinerien sowohl mit den Kosten für die Wirtschaft als auch mit der Versorgungssicherheit.
Auf der Tagung des Europäischen Rates vom 15.–16. Oktober begrüßten die EU-Staats- und Regierungschefs die Absicht der Kommission, einen kurzfristigen Rahmen zur Optimierung der Kapazität und Effizienz der Raffinerien in der Union auszuarbeiten. Sie unterstützten außerdem die Verlängerung des befristeten Beihilferahmens für die am stärksten gefährdeten Industriesektoren sowie Initiativen zur freiwilligen Bündelung der Energienachfrage.
Die kurzfristige Reaktion wird durch das Ziel ergänzt, die Abhängigkeit von volatilen Märkten für fossile Brennstoffe zu verringern. Die Schlussfolgerungen des Gipfels unterstützen die Beschleunigung der Elektrifizierung, den Ausbau erneuerbarer und kohlenstoffarmer Energiequellen, der Netze und der Speicherung sowie eine höhere Energieeffizienz, um Europas Anfälligkeit für externe Krisen zu verringern.
Neueste Nachrichten
23:12
22:53
22:53
22:25
22:06
Mehr Nachrichten ansehen