Eine Gruppe von 146 Experten aus mehr als 30 Ländern fordert, den Klimawandel offiziell zum globalen Gesundheitsnotstand zu erklären, nachdem extreme Hitze im Jahr 2023 eine Rekordzahl von Todesfällen verursacht hat. Die Forderung ist im jüngsten Lancet-Countdown-Bericht enthalten, der vom University College London und der Weltgesundheitsorganisation koordiniert und vor der UN-Klimakonferenz COP31 veröffentlicht wurde.
Dem Bericht zufolge trug extreme Hitze im Jahr 2023 zu etwa 710.000 Todesfällen bei und übertraf damit die jährlichen Opferzahlen von Malaria oder HIV. Mehr als 70 % dieser Todesfälle wurden direkt der durch menschliche Aktivitäten verursachten Erwärmung zugeschrieben. Im Zeitraum von 2016 bis 2023 starben fast drei Millionen Menschen an den Folgen des Klimawandels.
Die Auswirkungen erstreckten sich auch auf die Wirtschaft. Die durch Hitze verursachten Produktivitätsverluste überstiegen in den vergangenen drei Jahren jährlich eine Billion US-Dollar, während im Jahr 2025 eine schwere Dürre fast 52 % der Landfläche des Planeten betraf.
Die Experten fordern eine koordinierte Reaktion der WHO sowie die Berücksichtigung der Gesundheit bei allen klimapolitischen Entscheidungen. Der Bericht verweist auch auf Fortschritte, etwa Rekordinvestitionen in saubere Energie, warnt jedoch, dass diese weiterhin nicht ausreichen.
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