Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Union vorgeschlagen, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. Die Ankündigung erfolgte in Straßburg in Anwesenheit des kanadischen Premierministers Mark Carney und zielt darauf ab, die wirtschaftliche, technologische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen der EU und Ottawa zu vertiefen.
„Ich möchte mit Ihnen daran arbeiten, die Tür dafür zu öffnen, dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der EU wird“, sagte von der Leyen dem kanadischen Premierminister. Der Vorschlag ist Teil einer neuen Phase der bilateralen Beziehungen, die als „Allianz für die Zukunft“ bezeichnet wird.
Die Zusammenarbeit soll die Bereiche fortschrittliche Produktion, Energie, kritische Rohstoffe, Batterien, künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Cybersicherheit und die Arktis umfassen. Die EU und Kanada beabsichtigen außerdem, ihre verteidigungsindustriellen Grundlagen einander anzunähern.
„Assoziiertes Mitglied“ ist derzeit kein in den europäischen Verträgen vorgesehener Rechtsstatus. Die Bezeichnung könnte eine besondere Partnerschaft ohne einen eigentlichen Beitritt Kanadas darstellen, jedoch mit einer erweiterten Zusammenarbeit in strategischen Bereichen, einschließlich des Verkehrs von Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften.
Die Beziehungen haben sich 2026 rasch vertieft. Kanada wurde das erste außereuropäische Land, das am europäischen SAFE-Instrument zur Finanzierung gemeinsamer Verteidigungsbeschaffungen teilnimmt, und der erste außereuropäische Gast bei einem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft. Der nächste EU-Kanada-Gipfel ist für den 29. und 30. Oktober in Montreal geplant.
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