Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar kündigte am Montag an, dass die Regierung im Rahmen der Legislaturperiode 2026–2030 eine neue Verfassung und ein neues Wahlgesetz verabschieden will. Die Erklärung wurde in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Kossuth abgegeben, berichtet MTI, zitiert von Agerpres.
„Das Ziel ist sicherlich die Verabschiedung einer neuen Verfassung und eines neuen Wahlgesetzes“, sagte Magyar. Der Ministerpräsident erklärte, dass es aus praktischer Sicht angemessener wäre, die neue Verfassung zuerst zu verabschieden, da sie durch ein Referendum ratifiziert werden müsste.
Magyar erklärte, dass die neue politische Mehrheit, die mit der Tisza-Gemeinschaft verbunden ist, „vielfältig“ sei, aber darauf abziele, das alte politische System nicht zu reproduzieren. Er machte keine Angaben zum Inhalt der künftigen Rechtsakte oder zum genauen Zeitplan der parlamentarischen Verfahren und des Referendums.
Der Ministerpräsident kündigte außerdem eine „bedeutende“ Erhöhung des Familiengeldes im Jahr 2027 an. Die Erhöhung soll je nach Lage der öffentlichen Finanzen schrittweise umgesetzt werden.
Magyar zufolge hat die Regierung von der vorherigen Verwaltung ein Haushaltsdefizit von 8,3 % übernommen und es in den ersten drei Monaten um 1.000 Milliarden Forint, umgerechnet etwa 2,75 Milliarden Euro, reduziert.
Die Wahrung des Haushaltsgleichgewichts, der Abbau des Defizits und die effizientere Gestaltung der Verwaltung stellen laut dem Ministerpräsidenten die wichtigsten Prioritäten der Regierung dar. Er sagte, dass die Entwicklung der Finanzen künftige Gehaltserhöhungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Einkommensteuersenkungen und eine Erhöhung der Familienbeihilfen beeinflussen werde, deren Höhe seit 2008 nicht mehr geändert wurde.
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