Die Behörden in der Türkei haben eine neue Spionageuntersuchung gegen Ekrem Imamoglu, den ehemaligen Bürgermeister von Istanbul und politischen Rivalen des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, eingeleitet. Imamoglu, der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) und sozialdemokratische Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2028, befindet sich seit März in Untersuchungshaft, da er wegen Korruption und Verbindungen zu Terroristen angeklagt ist. Kürzlich wurde er zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er die Staatsanwältin beleidigt hat. Im Rahmen derselben Untersuchung hat die Polizei den Direktor des Oppositionskanals Tele1, Merdan Yanardag, unter dem Vorwurf des Spionage zugunsten Israels und terroristischer Gruppen festgenommen. Die Behörden behaupten, dass die Beteiligten Informationen über Wähler für die Wahlkampagne von Imamoglu übermittelt haben. Außerdem wurden die persönlichen Daten von Millionen von Nutzern der App „Istanbul Senin“ kompromittiert. Die von der CHP geführte Opposition beschuldigt die Regierung, das Justizsystem zu nutzen, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, und die Festnahme von Imamoglu hat landesweite Proteste ausgelöst. Ein Gericht in Ankara hat auch eine Untersuchung gegen den CHP-Vorsitzenden Ozgur Ozel wegen Bestechungsvorwürfen eingestellt.
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