Die Weizenexporte Russlands und der Ukraine dürften im Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr auf etwa die Hälfte zurückgehen. Grund dafür sind die Angriffe auf Häfen und Handelsschiffe im Schwarzen Meer. Die Schätzung stammt vom Agrarberatungsunternehmen SovEcon und wurde von Bloomberg zitiert.
Russland und die Ukraine stehen gemeinsam für mehr als ein Viertel des weltweiten Weizenhandels. Die Blockade der wichtigsten Seerouten hat die Preise auf den höchsten Stand seit drei Jahren steigen lassen. Die Transport- und Kriegsversicherungskosten sind gestiegen, während Importeure in Afrika, Asien und dem Nahen Osten nach alternativen Quellen suchen, unter anderem in Rumänien, Frankreich, Argentinien und Australien.
Die ukrainischen Häfen im Raum Odessa, über die normalerweise rund 90 Prozent der Getreideexporte des Landes abgewickelt werden, wurden wiederholt angegriffen. In den ersten elf Tagen im August liefen lediglich sieben Schiffe diese Häfen an, verglichen mit 169 im Juli.
Der Ukraine droht bis Anfang November eine Erschöpfung ihrer Lagerkapazitäten. Die Verluste des Agrarsektors könnten sich auf 500 Millionen Dollar monatlich belaufen. Landrouten, die Donau und der Hafen von Constanța können den Seetransport nicht ersetzen. Ägypten, einer der größten Importeure, verfügt bis Februar über Reserven, doch der Druck auf Preise und Bäckereien nimmt zu. Die Türkei versucht, ein neues Abkommen über den Getreidetransport auszuhandeln, bislang jedoch ohne konkrete Ergebnisse.
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