Die polnische Regierung beabsichtigt, 2027 mehr als 300.000 Reservisten und Rekruten einzuberufen. Das geht aus einem Entwurf des Verteidigungsministeriums hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Maßnahme soll deren Fähigkeiten bewerten und sie im Falle einer Mobilmachung militärischen Einheiten zuweisen.
Der Plan sieht 20.000 neue Stellen im Berufsmilitär vor – 6.500 mehr als im Vorjahr – sowie die Einberufung von 200.000 Reservisten und 83.700 Angehörigen der Hilfskorps. Die Kampagne, eine der umfangreichsten der vergangenen Jahre, richtet sich an Männer und Frauen bis zum Alter von 60 Jahren.
Die zu den Einberufungszentren bestellten Personen werden körperlich sowie hinsichtlich ihrer militärischen Kenntnisse bewertet und anschließend vorläufig militärischen Korps zugeteilt. Einige Reservisten könnten an bis zu 90 Tage dauernden Ausbildungseinheiten teilnehmen. Unentschuldigtes Nichterscheinen oder die Verweigerung der Einberufung können mit einer Geldstrafe oder der zwangsweisen Vorführung durch die Polizei geahndet werden.
Warschau baut seine Armee nach der russischen Invasion in der Ukraine aus. Die polnischen Streitkräfte zählen bereits mehr als 220.000 Soldaten, gegenüber 130.000 vor dem Krieg. Ziel ist es, bis 2039 die Marke von 300.000 aktiven Soldaten beziehungsweise 500.000 Soldaten einschließlich der Reservisten zu erreichen. Die Verteidigungsausgaben werden für 2027 auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt.
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