Die polnische Regierung bereitet für den Fall eines Angriffs Evakuierungspläne vor. Hintergrund sind die Sorgen über den Verlauf des Krieges in der Ukraine und das Risiko, dass ein möglicher Sieg Russlands Moskau dazu ermutigen könnte, seine militärischen Ambitionen auf Westeuropa auszudehnen. Der polnische Innenminister Marcin Kierwiński erklärte am Donnerstag gegenüber der Tageszeitung „Rzeczpospolita“, eine Niederlage der Ukraine wäre ein „schwarzes Szenario für ganz Europa“.
Kierwiński erklärte, die lokalen Behörden müssten über Evakuierungspläne verfügen, während entsprechende Einsatzpläne auf nationaler Ebene bereits ausgearbeitet worden seien. Die Wirksamkeit der Maßnahmen werde nach Angaben des Ministers von der Leistungsfähigkeit des gesamten Verteidigungs- und Katastrophenschutzsystems abhängen.
Der Regierungsvertreter warnte zudem vor möglichen wiederholten Provokationen in der Nähe der polnischen Grenze, darunter Angriffsversuche oder das Eindringen russischer Flugzeuge in den polnischen Luftraum – Vorfälle, die später als Unfälle dargestellt werden könnten.
Parallel dazu modernisiert Polen das Warnsystem des Regierungszentrums für Sicherheit und bereitet eine Smartphone-App für Sicherheitswarnungen vor. Die bestehenden Systeme sollen integriert werden, damit die Bevölkerung in Krisensituationen schneller Informationen erhält. Die Maßnahmen werden vor dem Hintergrund ergriffen, dass Polen als NATO-Staat und Nachbar der Ukraine davon ausgeht, dass der Krieg an seiner Ostgrenze direkte Folgen für die nationale Sicherheit haben kann.
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