Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat die Notwendigkeit betont, dass die Europäische Union eine 'echte Föderation' werden muss, um Risiken der Unterordnung, Spaltung und Deindustrialisierung zu vermeiden. In einer Rede an der Universität Ku Leuven argumentierte Draghi, dass Europa von einem konfederalen Modell zu einem föderalen übergehen muss, insbesondere in den Bereichen Verteidigung, Außenpolitik und Besteuerung.
Er hob hervor, dass in den Bereichen, in denen die EU als eine einzige Einheit agiert, wie zum Beispiel im Handel, sie auf der internationalen Bühne respektiert wird. Draghi schlug einen 'pragmatischen Föderalismus' vor, der es den Mitgliedstaaten ermöglichen soll, freiwillig beizutreten, ohne die gemeinsamen Werte zu gefährden. Er erwähnte auch die Errungenschaften der EU, wie den Status als größter Exporteur und Importeur von Waren und Dienstleistungen. Im Kontext einer globalen Ordnung im Rückgang warnte Draghi, dass Europa seine Interessen verteidigen muss, um nicht anfällig für externe Einflüsse, insbesondere von den USA und China, zu werden.
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