Die Stadt Lewes in East Sussex ist die erste Stadt Großbritanniens geworden, die eine Charta verabschiedet hat, in der der Wert und die natürlichen Rechte der Bäume, Hecken und Wälder auf ihrem Gebiet offiziell anerkannt werden. Das Dokument wurde vom Stadtrat einstimmig angenommen und zielt darauf ab, die Art und Weise zu verändern, wie die Vegetation in öffentlichen Räumen betrachtet und verwaltet wird.
Die Charta sieht vor, dass Bäume das Recht haben, zu gedeihen und ihre natürlichen Lebenszyklen, ökologischen Funktionen und evolutionären Prozesse aufrechtzuerhalten. Die Ratsmitglieder betonen, dass Bäume zum Wohlbefinden der Stadt, zur lokalen Ökologie und zur Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft gegenüber dem Klimawandel beitragen, unter anderem durch ihre Rolle in den Straßen und nicht nur in Parks. Die Initiative wurde im vergangenen Jahr von der Stadträtin Dinah Morgan vorgeschlagen, die hofft, dass Behörden und Einwohner beginnen werden, mit Bäumen „partnerschaftlich“ zusammenzuarbeiten, anstatt sie als passive Ressource zu behandeln.
Die Entscheidung steht im Einklang mit dem internationalen Trend zur Anerkennung der „Rechte der Natur“. Bolivien, Panama und Neuseeland verfügen bereits über nationale Bestimmungen zum Schutz bestimmter Naturelemente wie Flüsse und Wälder. Im Vereinigten Königreich gab es ähnliche lokale Initiativen, doch die Charta von Lewes ist die erste, die auf alle Bäume einer englischen Stadt abzielt.
Das Dokument gewährt den Bäumen keine mit den Rechten von Menschen identischen Rechte und schafft keine neuen gesetzlichen Befugnisse für die Behörden. Obwohl Kritiker betonen, dass die Bestimmungen nicht verbindlich sind, betrachten die Befürworter die Charta als Orientierungshilfe für die lokale Politik und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
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