Die israelische Justiz wies am Dienstag den Eilantrag mehrerer NGOs auf Aussetzung der Ausschreibung für das Siedlungsprojekt E1 zurück, eines der umstrittensten Bauvorhaben im Westjordanland. Das Bezirksgericht in Jerusalem entschied, dass das Verfahren fortgesetzt werden könne, da es kurzfristig keine irreversiblen Veränderungen vor Ort bewirken werde.
Der Einspruch war eingereicht worden, nachdem das israelische Wohnungsbauministerium im Juli eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten veröffentlicht hatte. Die klagenden Organisationen, darunter Frieden Jetzt, forderten die Aufhebung des Verfahrens, während mehrere europäische Staaten Israel aufgefordert haben, das Projekt aufzugeben.
Der Richter argumentierte, dass sich die Ausschreibung und die Erteilung der Genehmigungen über einen längeren Zeitraum hinziehen würden, sodass die Gerichte die Sache inhaltlich prüfen könnten, bevor die Bauarbeiten begännen. Die NGOs warfen dem Gericht jedoch vor, die Regierung zu begünstigen, und warnten, dass das Projekt die Vertreibung der Palästinenser aus dem Gebiet beschleunigen könnte.
Der E1-Plan sieht den Bau von etwa 3.400 Wohnungen auf einer Fläche von 12 Quadratkilometern zwischen der Siedlung Maale Adumim und Ostjerusalem vor. Kritiker behaupten, das Projekt würde das Westjordanland zerschneiden und Ostjerusalem noch stärker vom übrigen palästinensischen Gebiet isolieren.
Israel besetzt das Westjordanland seit 1967; dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler.
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