Greenpeace wirft Moskau vor, die Stromversorgung des von russischen Streitkräften seit März 2022 besetzten Kernkraftwerks Saporischschja vorsätzlich zu sabotieren, um der Ukraine vorzuwerfen, die Anlage zu gefährden. Die Organisation erhob die Vorwürfe am Donnerstag; am Freitag berichtete die dpa darüber.
Greenpeace zufolge widersprechen Satellitenbilder und andere Beweise der Darstellung Moskaus, wonach die Unterbrechungen durch ukrainische Angriffe verursacht worden seien. Nach Angaben der Organisation stehen die Probleme im Zusammenhang mit russischen Angriffen auf das ukrainische Stromnetz sowie mutmaßlichen Sabotageaktionen im Kraftwerk und an den zugehörigen Umspannwerken.
Die sechs Reaktoren des Kraftwerks, des größten Europas, sind seit 2022 abgeschaltet. Die Anlage benötigt jedoch weiterhin Strom zur Kühlung des Kernbrennstoffs. Eine gemeinsam mit McKenzie Intelligence Services durchgeführte Greenpeace-Untersuchung zeigt, dass von den seit 2022 registrierten 26 Netztrennungen 14 nach Februar 2026 stattfanden.
Die letzte 330-Kilovolt-Stromleitung wurde Anfang September nach einer fast dreiwöchigen Unterbrechung repariert. In diesem Zeitraum stellten Dieselgeneratoren die für die Kühlung des Brennstoffs notwendige Stromversorgung sicher. Greenpeace warnt, dass eine Wiederholung der Vorfälle ein erhebliches Risiko für die nukleare Sicherheit des Kraftwerks und für die drei anderen in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerke darstellt.
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