Trotz der niedrigsten Zahlen seit 2021 warnt die Agentur, dass der Migrationsdruck volatil bleibt und Europa auf plötzliche Veränderungen vorbereitet sein muss.
Brüssel, 15. Januar 2026 – Die Zahl der unregelmäßigen Grenzübertritte an den Außengrenzen der Europäischen Union ist im Jahr 2025 um mehr als ein Viertel (26%) gesunken und liegt bei fast 178.000 Feststellungen. Laut den heute von Frontex, der Europäischen Agentur für Grenz- und Küstenwache, veröffentlichten vorläufigen konsolidierten Zahlen ist diese Gesamtzahl weniger als die Hälfte der im Jahr 2023 registrierten und markiert den niedrigsten Stand seit 2021.
Kurz gesagt
Die unregelmäßigen Grenzübertritte in der EU sind im Jahr 2025 um 26% auf etwa 178.000 gesunken, den niedrigsten Stand der letzten vier Jahre.
Die zentrale Mittelmeerroute bleibt die aktivste Route, während die Routen aus Westafrika und dem Westbalkan signifikante Rückgänge verzeichneten.
Der Exekutivdirektor von Frontex, Hans Leijtens, warnt vor einer Entspannung und betont, dass 2026 ein entscheidendes Jahr sein wird, da der EU-Pakt über Migration und Asyl vollständig umgesetzt wird.
Obwohl der rückläufige Trend eine signifikante Entwicklung darstellt, rufen die Frontex-Beamten zur Vorsicht auf und betonen, dass die Situation an den Grenzen Europas unvorhersehbar bleibt. Der Migrationsdruck ist dynamisch und ändert sich oft schnell zwischen Routen aufgrund von Konflikten, Instabilität und der Anpassungsfähigkeit von Schmuggelnetzwerken. Darüber hinaus sieht sich die EU weiterhin Herausforderungen durch feindliche Akteure gegenüber, die versuchen, die Migrationsströme auszunutzen, um politischen Druck auf ihre Außengrenzen auszuüben.
"Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht", sagte der Exekutivdirektor von Frontex, Hans Leijtens. "Dieser Rückgang zeigt, dass Zusammenarbeit Ergebnisse bringen kann. Es ist keine Einladung zur Entspannung." Leijtens betonte, dass 2026 ein "entscheidendes Jahr" für das Management der europäischen Grenzen sein wird, da der EU-Pakt über Migration und Asyl im Juni vollständig anwendbar sein wird. Diese umfassende Reform wird mit der Einführung neuer technischer Systeme zusammenfallen, einschließlich der vollständigen Implementierung des Einreise-/Ausreisesystems (EES) und der geplanten Einführung des Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems (ETIAS).
Die zentrale Mittelmeerroute bleibt 2025 die am stärksten frequentierte Migrationsroute, mit Erkennungsniveaus, die im Großen und Ganzen ähnlich wie im Vorjahr sind. Abfahrten aus Libyen bleiben der Hauptmotor der Bewegungen nach Italien. Im Gegensatz dazu verzeichnete die östliche Mittelmeerroute einen allgemeinen Rückgang, obwohl ein spezifischer Korridor von Ostlibyen zur Insel Kreta einen Anstieg des Verkehrs um mehr als das Dreifache verzeichnete, was zeigt, wie schnell sich die Schmuggelmuster ändern können.
Die stärksten Rückgänge wurden auf der Route aus Westafrika verzeichnet, wo die Feststellungen um etwa zwei Drittel gesunken sind, was auf die signifikant geringere Zahl von Abfahrten aus Mauretanien, Marokko und Senegal zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise erlebte die Westbalkanroute einen markanten Rückgang der Fallzahlen, was auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und engere operationale Zusammenarbeit zurückzuführen ist, einschließlich einer neuen gemeinsamen Frontex-Operation, die im November 2025 in Bosnien und Herzegowina gestartet wurde. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Westmittelmeerroute einen Anstieg, der hauptsächlich durch die höhere Zahl von Abfahrten aus Algerien bedingt ist.
Die drei am häufigsten erkannten Nationalitäten auf allen Routen waren Bürger aus Bangladesch, Ägypten und Afghanistan. Trotz der insgesamt niedrigeren Zahlen bleibt die menschliche Kosten hoch; die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass mindestens 1.878 Menschen im Jahr 2025 im Mittelmeer ihr Leben verloren haben.
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