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Brüssel, 24. November 2025 - Ein durch Horizon Europe finanziertes Projekt hat die ersten digitalen Werkzeuge entwickelt, die in der Lage sind, die Risiken des Verlusts der Biodiversität vorherzusagen und Eingriffe zu ermöglichen, bevor die Ökosysteme kritische Punkte erreichen. NATURE-FIRST, koordiniert von der niederländischen Organisation Sensing Clues, ist bereits in Pilotgebieten in Rumänien, Spanien, Bulgarien und der Ukraine operational.
Im Kontext des fortschreitenden Rückgangs der Biodiversität in Europa trotz der Naturschutzpolitiken hat das Projekt NATURE-FIRST ein Set von Werkzeugen geschaffen, die für den Einsatz im Feld konzipiert sind, nicht nur in Laboren. Gemischte Teams von Ökologen, Datenspezialisten und Rangern haben Lösungen zur frühzeitigen Erkennung von Risiken entwickelt, indem sie Echtzeitüberwachung, mobile Anwendungen zur Berichterstattung, kriminaltechnische Kits für Verbrechen gegen die Fauna und eine integrierte Datenplattform nutzen.
Das Hauptziel ist der Übergang zu einem proaktiven Interventionsmodell, das auf Indikatoren basiert, die eine Verschlechterung der Lebensräume oder Verhaltensänderungen von Arten vorhersagen können.
Eine der zentralen Innovationen des Projekts ist die Verwendung digitaler Modelle, der sogenannten "digitalen Zwillinge", die reale Ökosysteme nachbilden und das Verhalten von Arten in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen vorhersagen. Diese Simulationen ermöglichen die frühzeitige Identifizierung von Risiken, von der Verschlechterung der Lebensräume bis hin zu plötzlichen Veränderungen in der Mobilität von Tieren, und geben den Naturschutzteams die notwendige Zeit, um einzugreifen, bevor die Bedrohungen irreversibel werden.
Zu den entwickelten Werkzeugen gehört ein Modell für Störe, das auf Daten über die Morphologie von Flüssen und den Wasserstand basiert, ein System vom Typ Human-Bear Conflict Radar, das die Wahrscheinlichkeit von Mensch-Bär-Interaktionen schätzt, sowie ein Crane Migration Radar, das die Veränderungen der Zugrouten von Vögeln vorhersagt. All diese Modelle sind in die Plattform Sensing Clues integriert, die Informationen von Sensoren, Satellitenbildern und Feldbeobachtungen in einem einzigen, benutzerfreundlichen Bedienfeld für Forscher und Ranger zusammenführt.
Ein bemerkenswertes Ergebnis ist die operationale Nutzung des Störmodells im Donaudelta durch rumänische Forscher, die es verwenden, um die Entwicklung einer der verletzlichsten Arten in der Region zu überwachen. Darüber hinaus wurde Maramureș als Testgebiet für Lösungen zu Mensch-Wildtier-Konflikten einbezogen, und die generierten Daten werden in die Planung lokaler Naturschutzmaßnahmen einfließen.
Darüber hinaus hat das Projekt Schulungen in kriminaltechnischen Techniken für Ranger eingeführt, um Beweise in Fällen von Wilderei oder anderen Verbrechen gegen die Fauna zu sichern.
Im Gegensatz zu vielen Forschungsprojekten hat NATURE-FIRST bereits von Anfang an die Markttests integriert. Die Plattform Sensing Clues ist bereits in einem Freemium-Modell verfügbar, sodass Teams mit begrenzten Ressourcen die wesentlichen Werkzeuge nutzen können. Laut den Koordinatoren ist das System vollständig funktionsfähig und wird im Feld eingesetzt, um die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 zu unterstützen, die Teil des Europäischen Grünen Deals ist.
Die Ergebnisse des Projekts wurden im Juni auf der Abschlusskonferenz vorgestellt, wo die Partner die Ausweitung der prädiktiven Werkzeuge auf andere geschützte Gebiete in der Union diskutierten. Interessierte Mitgliedstaaten können die Plattform in ihre nationalen Naturschutzstrategien integrieren, und die Kommission betrachtet das Projekt als einen direkten Beitrag zur Stärkung der europäischen Reaktionsfähigkeit auf Risiken für die Biodiversität.
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