Eine in der Fachzeitschrift Human Reproduction Open veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass eine Paracetamol-Exposition während der Schwangerschaft die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane von Mädchen beeinflussen könnte. Die Forschenden warnen jedoch, dass die Ergebnisse nicht belegen, dass das Medikament Unfruchtbarkeit verursacht.
Das Team des Rigshospitalet in Kopenhagen untersuchte 302 drei Monate alte Mädchen, deren Mütter auf die Einnahme von Paracetamol untersucht worden waren. Von ihnen waren 92 vor der 17. Schwangerschaftswoche dem Medikament ausgesetzt, 67 danach und 143 nicht.
Bei den exponierten Mädchen war das Volumen der Eierstöcke im Durchschnitt um 40 Prozent kleiner, das Volumen der Gebärmutter um 13 Prozent kleiner und die Zahl der Eierstockfollikel um 23 Prozent niedriger. Eine frühe Exposition wurde zudem mit niedrigeren Werten des Anti-Müller-Hormons in Verbindung gebracht, einem Indikator für die ovarielle Reserve.
In einer separaten Gruppe mit 1.210 Mädchen, die bis zur Adoleszenz beobachtet wurden, stellten die Forschenden Zusammenhänge zwischen der pränatalen Exposition und einer geringeren Größe der Gebärmutter und der Eierstöcke fest. Die Studie ist beobachtend angelegt und kann daher weder einen kausalen Zusammenhang feststellen noch den weiteren Verlauf bei jedem einzelnen Kind vorhersagen.
Nach Angaben der Forschenden sind Beobachtungen bis ins Erwachsenenalter erforderlich, um herauszufinden, ob die Unterschiede die Fruchtbarkeit oder den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen. Die aktuellen Leitlinien empfehlen Paracetamol bei Schmerzen und Fieber in der Schwangerschaft weiterhin in der empfohlenen Dosierung, da unbehandeltes Fieber Risiken für Mutter und Fötus bergen kann.
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