Der Chef der Finanzdienstleistungen der EU fordert die Branche auf, Open Finance (FiDA) zu akzeptieren und kündigt Reformen zur Förderung von Risikokapital an.
Brüssel, 03. Februar 2026 – Bei der 10. jährlichen FinTech- und Regulierungs-Konferenz übermittelte die Europäische Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Maria Luísa Albuquerque, der Finanzbranche eine klare Botschaft: Die Unterscheidung zwischen „traditionellen Finanzen“ und „Fintech“ ist vorbei. Sie skizzierte eine Vision, in der digitale Souveränität, offene Daten und Risikokapital das Rückgrat der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas bilden.
Kurz gesagt 1. Albuquerque argumentierte, dass Fintech nicht mehr nur für Startups ist, sondern zu einer grundlegenden Erwartung für jeden Marktteilnehmer geworden ist, von Banken bis hin zu klassischen Unternehmen.
2. Die Kommissarin verteidigte den Vorschlag zum Zugang zu Finanzdaten (FiDA) und bestand darauf, dass die Nutzer ihre Daten kontrollieren müssen, während sie gleichzeitig die Bedenken der Branche hinsichtlich der Kosten anerkennt.
3. Sie betonte, dass „Innovation ohne Kapital nur eine Idee ist“, und die Kommission überprüft die Regeln, um es Risikokapitalfonds zu ermöglichen, sich in der Union umfassend auszudehnen.
„Fintech ist kein Nischensektor mehr, es ist der neue Standard für die gesamte Finanzbranche“, sagte Albuquerque und betonte, dass es im aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Klima „nicht neutral ist, stillzustehen“. Sie warnte, dass etablierte Akteure, die keine technologischen Risiken eingehen, mit der viel größeren Gefahr von Stagnation und Irrelevanz konfrontiert sind.
Die Kommissarin hob die Erfolgsbilanz der EU als Pionier in der Regulierung hervor und nannte die Verordnung über Krypto-Assets (MiCA) einen globalen „Goldstandard“. Dennoch verlagerte sich der Schwerpunkt ihrer Rede auf den umstrittenen Vorschlag zum Zugang zu Finanzdaten (FiDA). Indem sie die „unterschiedlichen Perspektiven“ und den Widerstand einiger Akteure in der Branche hinsichtlich der Compliance-Kosten anerkennt, bekräftigte sie das Engagement der Kommission, die Verbraucher „ans Steuer“ ihrer eigenen Daten zu setzen. „Wettbewerb sollte nichts sein, wovor wir Angst haben“, fügte sie hinzu und stellte die Datenfreigabe als entscheidend für die nächste Generation personalisierter Dienstleistungen dar.
Abschließend sprach Albuquerque das Finanzierungsdefizit für europäische Innovationen an. Sie identifizierte den Mangel an zugänglichem Kapital als eine kritische Schwäche und wies darauf hin, dass traditionelle Bankfinanzierung oft ungeeignet für hochpotenzielle Innovatoren ist. „Innovation ohne Kapital ist nur eine Idee“, sagte sie und kündigte an, dass die EU daran arbeitet, die Regeln zu verbessern, um es Risikokapital- und Wachstumsfonds zu ermöglichen, in größerem Maßstab zu operieren, um sicherzustellen, dass europäische Technologie gebaut und gehalten wird in Europa.
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