Das NextGen-Projekt kombiniert genomische Daten, Herzbildgebung und die klinische Vorgeschichte von Patienten in einem interoperablen und sicheren System. Ziel ist die Entwicklung von Modellen der künstlichen Intelligenz, die die Prävention, Diagnose und personalisierte Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa unterstützen.
Das europäische NextGen-Projekt entwickelt digitale Werkzeuge, die genomische und klinische Daten in Systeme der künstlichen Intelligenz integrieren, um die Prävention, Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu personalisieren.
Kurz gesagt NextGen ist ein von der EU finanziertes Projekt, das 2024 gestartet wurde und darauf abzielt, genomische und klinische Daten in die personalisierte Herz-Kreislauf-Medizin zu integrieren.
Das Projekt befasst sich mit der Fragmentierung medizinischer Daten, bei der genomische Sequenzen, Herzbildgebung und klinische Vorgeschichte in separaten Systemen gespeichert sind.
Das Konsortium entwickelt eine interoperable und sichere digitale Infrastruktur zur Schulung von KI-Modellen im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die NextGen-Werkzeuge zielen darauf ab, Daten zwischen Krankenhäusern und Ländern zu nutzen, ohne den klinischen Kontext zu verlieren und ohne die sensiblen Informationen der Patienten offenzulegen.
Das Projekt hat Pilotprogramme in fünf kooperierenden klinischen Zentren zur Testung der Werkzeuge unter realen Bedingungen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben die Hauptursache für Todesfälle weltweit, jedoch werden viele Behandlungen weiterhin nach standardisierten Modellen angewendet. Das NextGen-Projekt zielt darauf ab, diesen Ansatz zu ändern, indem es mehrere Arten von medizinischen Daten in fortschrittlichen Systemen der künstlichen Intelligenz kombiniert.
NextGen, ein Akronym für NEXT GENERATION TOOLS FOR GENOME-CENTRIC MULTIMODAL DATA INTEGRATION IN PERSONALISED CARDIOVASCULAR MEDICINE, wurde 2024 ins Leben gerufen und zielt darauf ab, die Art und Weise zu verändern, wie Herzkrankheiten verhindert, diagnostiziert und behandelt werden.
Das zentrale Problem, das das Projekt angeht, ist die Fragmentierung der Daten. Kritische Informationen über Patienten sind oft getrennt: genomische Sequenzen in einer Datenbank, Herzbildgebung in einer anderen und die klinische Vorgeschichte in einem anderen System.
Zu dieser Fragmentierung kommen strenge Regeln zur Vertraulichkeit und inkompatible Datenformate hinzu. Diese Hindernisse erschweren den Aufbau vollständiger Patientenprofile und schränken die Nutzung der Daten für personalisierte medizinische Entscheidungen ein.
Das NextGen-Konsortium entwickelt Werkzeuge, die darauf abzielen, diese Barrieren zu beseitigen. Ziel ist die Schaffung einer interoperablen Umgebung, in der verschiedene Arten von Daten gemeinsam genutzt werden können, unter Sicherheitsbedingungen, um klinische Entscheidungen besser auf jeden Patienten abzustimmen.
Das zentrale Element des Projekts ist eine digitale Infrastruktur, die genomische Daten, Herzbildgebung und klinische Dateien in einem einzigen interoperablen System kombiniert. Diese sichere und qualitativ hochwertige Datenbank ist notwendig, um robuste KI-Modelle im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu trainieren.
Professor Steffen Petersen von der Queen Mary University of London, Partner im NextGen-Projekt, erklärte die Rolle multimodaler Daten in der medizinischen Praxis.
„Kliniker verlassen sich auf eine breite Palette klinischer Informationen, um Krankheiten zu diagnostizieren, Risiken vorherzusagen, Behandlungen zu leiten und Ergebnisse zu überwachen. Dennoch hat die Datenwissenschaft im Gesundheitswesen die Kraft multimodaler Daten, wie Symptome, Zeichen, Elektrokardiogramme, Blutuntersuchungen und Bildgebung, noch nicht vollständig erfasst. Die Zusammenführung dieser Daten ist entscheidend für den Fortschritt datenbasierter Innovationen im Gesundheitswesen, und NEXTGEN stellt einen großen Schritt nach vorne dar“, sagte Petersen.
Die NextGen-Werkzeuge werden darauf abzielen, dass medizinische Daten in verschiedenen Krankenhaussystemen und Ländern nützlich und verständlich bleiben, ohne den ursprünglichen klinischen Kontext zu verlieren. Interoperabilität ist wichtig für die europäischen Gesundheitssysteme, die zunehmend vernetzt werden.
Das Projekt legt auch Wert auf Datenschutz und Governance. Forscher sollten in der Lage sein, relevante Datensätze zu Herz-Kreislauf-Daten zu teilen und zu nutzen, ohne sensible Informationen der Patienten zu übertragen oder offenzulegen.
Das Konsortium arbeitet an Standards für die Wiederverwendung von Daten und den Schutz der Privatsphäre. Ziel ist es, das Vertrauen der Patienten aufrechtzuerhalten, während sich digitale Gesundheitstechnologien weiterentwickeln.
NextGen integriert ethische Einschränkungen direkt in das System, durch Schutzmechanismen, die eine verantwortungsvolle Nutzung der Daten gewährleisten sollen. Das Projekt zielt auch darauf ab, den Patienten mehr Kontrolle über ihre eigenen Informationen zu geben.
Mehrere Pilotprogramme sind bereits im Gange. Diese umfassen fünf kooperierende klinische Zentren, die in einem speziellen Netzwerk organisiert sind.
Die Pilotprogramme werden die Wirksamkeit der NextGen-Werkzeuge und ihr Potenzial zur Bereitstellung personalisierter Medizin in Europa testen. Die Ergebnisse sind sowohl für die Kardiologie als auch für die breitere Debatte über den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen relevant.
Personalisierte Medizin zielt darauf ab, Prävention, Diagnose und Behandlung an die Merkmale jedes einzelnen Patienten anzupassen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dies bedeuten, genomische Daten mit Bildgebung, medizinischer Vorgeschichte, Blutuntersuchungen und anderen klinischen Informationen zu kombinieren.
Auf europäischer Ebene hängt der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen von der Fähigkeit der Gesundheitssysteme ab, mit interoperablen, sicheren und vergleichbaren Daten zwischen Ländern zu arbeiten. Gleichzeitig bleibt der Schutz der Patientendaten eine zentrale Voraussetzung für jede Nutzung dieser Technologien.
Das NextGen-Projekt ist Teil der europäischen Bemühungen um Forschung und Innovation für digitale Gesundheit, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin. Die Tests in kooperierenden klinischen Zentren werden zeigen, inwieweit diese Werkzeuge unter realen Bedingungen in den europäischen Gesundheitssystemen eingesetzt werden können.
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