Die Resolution fordert eine klare Kennzeichnung bezahlter Partnerschaften, Risikowarnungen in einfacher Sprache und die Offenlegung von Interessenkonflikten. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments fordern auch finanzielle Bildung von der Schule bis zum Erwachsenenalter.
Das Europäische Parlament hat eine Resolution angenommen, die Mindeststandards für die Kommunikation von Finanzinfluencern fordert, um versteckte Werbung, irreführende Aussagen und Online-Betrug, die sich gegen junge Anleger richten, einzuschränken.
Das Europäische Parlament hat am Donnerstag eine Resolution zur Entwicklung von Mindeststandards für die Kommunikation sogenannter "Influencer" angenommen, Finanzinfluencer, die in sozialen Netzwerken Inhalte über Geld, Ersparnisse und Investitionen veröffentlichen. Der Text zielt darauf ab, aggressives Marketing und Online-Betrug zu bekämpfen.
Die Resolution wurde mit 502 Stimmen dafür, 46 dagegen und 42 Enthaltungen angenommen. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments fordern Mindeststandards für die Finanzkommunikation auf sozialen Plattformen, die zu einer primären Informationsquelle für junge Menschen geworden sind.
Das Parlament erkennt an, dass Finanzinfluencer eine positive Rolle bei der Sensibilisierung und der Förderung der Teilnahme an den Finanzmärkten spielen können. Gleichzeitig warnen die Abgeordneten, dass dieses Umfeld hohe Risiken für versteckte Werbung, Interessenkonflikte, irreführende Aussagen und die schnelle Verbreitung von Betrug schafft, einschließlich durch mit künstlicher Intelligenz generierte Deepfakes.
Die Abgeordneten fordern, dass bezahlte Partnerschaften klar gekennzeichnet werden, Risikowarnungen in einfacher Sprache formuliert werden und Interessenkonflikte offengelegt werden. Sie argumentieren, dass diese Regeln notwendig sind, damit die Nutzer zwischen Information, kommerzieller Werbung und potenziell irreführendem Inhalt unterscheiden können.
Online-Plattformen sollten eine stärkere Rolle bei der Begrenzung von Risiken spielen. Die Resolution fordert "Know-your-promotion"-Instrumente, klare Konsequenzen für Influencer, die an betrügerischen Aktivitäten beteiligt sind, und die Zusammenarbeit mit den Behörden zur schnellen Entfernung illegaler und schädlicher Inhalte.
Die Resolution fordert auch altersgerechte finanzielle Bildung, einschließlich in Schulprogrammen und in der Erwachsenenbildung. Das Parlament legt Wert auf digitale und Medienkompetenz sowie auf grundlegende Kenntnisse der Cybersicherheit.
Die Abgeordneten betonen, dass finanzielle Bildung, kombiniert mit digitalen Kompetenzen, den Bürgern helfen sollte, Betrug zu erkennen und kritische Analysen von Online-Finanzinhalten durchzuführen.
Das Parlament verknüpft finanzielle Bildung mit dem Ziel der Union der Ersparnisse und Investitionen, das darauf abzielt, dass die Bürger sicher investieren und auf der Grundlage korrekter Informationen an den Kapitalmärkten teilnehmen können. Die Abgeordneten fordern die Kommission auf, bis Ende 2027 über die Umsetzung und Wirksamkeit der Strategie zur finanziellen Bildung zu berichten, mit aufgeschlüsselten Daten nach Mitgliedstaaten und Themenbereichen, wo dies angemessen ist.
„Es gibt eine klare Mehrheit für die Behandlung der finanziellen Bildung als echte europäische Priorität, mit mehr Handlungsfähigkeit für die Bürger, einem stärkeren Verbraucherschutz und einer erhöhten Verantwortung. Europa muss mehr Transparenz, strengere Aufsicht und weniger Raum für Betrug, Manipulation und versteckte Interessenkonflikte gewährleisten. Finanzielle Bildung sollte von der Schule bis zur Rente gefördert werden, damit die Menschen ihre finanziellen Entscheidungen mit mehr Vertrauen, Sicherheit und Autonomie treffen können. Mehr finanzielle Bildung bedeutet mehr Freiheit zu entscheiden, mehr Sicherheit zum Schutz der Ersparnisse und mehr Vertrauen zur Teilnahme an einer zunehmend digitalen und komplexen Wirtschaft“, sagte Lídia Pereira, EVP, Portugal, Berichterstatterin.
Der Anstieg finanzieller Inhalte auf sozialen Plattformen hat die Art und Weise verändert, wie junge Menschen sich über Ersparnisse, Investitionen und Finanzprodukte informieren. Das Europäische Parlament warnt, dass dieselbe Entwicklung die Exposition gegenüber versteckter Werbung, Interessenkonflikten und Online-Betrug erhöhen kann.
Die Resolution reiht sich in die breitere Debatte über die Union der Ersparnisse und Investitionen ein, durch die die EU die Teilnahme der Bürger an den Kapitalmärkten fördern möchte. Für das Parlament hängt die informierte Teilnahme an diesen Märkten nicht nur vom Zugang zu Anlageprodukten ab, sondern auch von Transparenz, Verbraucherschutz und kontinuierlicher finanzieller Bildung.
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