In einem Interview erklärte Laura Codruța Kovesi, die Chefanklägerin der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO), die Herausforderungen, denen sie während ihres Mandats gegenüberstand, und betonte, dass die schwierigste die Akzeptanz der Unabhängigkeit der Institution durch die Europäische Union war. Kovesi beschrieb die Tendenz der europäischen Institutionen, den Kampf gegen Korruption "zu beschönigen", als "ermüdend". Sie berichtete von einem Vorfall, bei dem ein hochrangiger Beamter der Europäischen Kommission sie aufforderte, den "Ton in Bezug auf Korruption zu senken", worauf sie entschieden antwortete, dass die EPPO jede Anschuldigung untersuchen müsse.
Kovesi hob hervor, dass trotz der bestehenden Präventionsstrukturen die vermuteten Betrügereien 67 Milliarden Euro erreichen. Sie nannte Griechenland als ein Beispiel für die Grenzen des aktuellen Systems, insbesondere im Fall des Zugunglücks von Tempi, wo politische Immunität die Untersuchung verhinderte. Außerdem betonte Kovesi die Ressourcenknappheit der EPPO und die Desinformationskampagnen, mit denen sie konfrontiert ist. Am Ende warnte sie, dass das Problem der Korruption nicht nur ein persönliches ist, sondern eine Mentalität, die in den europäischen Institutionen präsent ist.
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