Die Nummer zwei der Nationalbank Rumäniens (BNR), der Erste Vizegouverneur Leonardo Badea, erläutert in einer ausführlichen, wissenschaftlich fundierten Analyse, wie groß die Chancen sind, dass sich die Künstliche Intelligenz (KI) über die menschliche Auffassungsgabe hinaus entwickelt und somit außerhalb unserer Kontrolle gerät. Badea bringt ein neues Konzept zur Sprache: die Azazel-Lücke.
Leonardo Badea beginnt seine Analyse mit einem legendären Buch religiösen Inhalts, nämlich dem Buch Henoch. In dem Werk ist die Rede vom gefallenen Engel Azazel, der dem Menschen von Gott verbotenes Wissen offenbart und schließlich Chaos verursacht. „In einem weiteren Sinne führt das Wesentliche der Geschichte zu einem moralischen Problem: Wie können wir eine neue Technologie nutzen, um eine bessere Welt zu schaffen? Die Tatsache, dass wir Instrumente entwickeln können, die uns mehr Macht verleihen, bedeutet nicht automatisch, dass wir auch über die nötige Weisheit für deren Nutzung verfügen. Das Buch Henoch gehört einer uralten Welt an, doch Mythen überleben und zeigen menschliche Spannungen, die in unterschiedlichen historischen Kontexten wiederkehren. Der Kontext der großflächigen Einführung der künstlichen Intelligenz (KI) in naher Zukunft sowie der damit einhergehenden Veränderungen weist Ähnlichkeiten mit dem ursprünglichen Problem dieses historischen Mythos auf, nämlich damit, wie gut die Gesellschaft auf große Sprünge im Wissen vorbereitet ist und wie sie darauf reagieren wird“, merkt Badea an.
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