Die Prognose weist auf eine Wahrscheinlichkeit von über 99 % hin, dass der Jahreswert überschritten wird, nach dem weltweit wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. In der ERA5-Reihe würde 2026 nach 2024 zum zweiten Kalenderjahr über diesem Niveau werden. Das Ergebnis entspricht nicht dem Erreichen des langfristigen Erwärmungsschwellenwerts des Übereinkommens von Paris.
Der Copernicus-Dienst zur Überwachung des Klimawandels (C3S) schätzt die Wahrscheinlichkeit auf über 99 %, dass die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2026 das vorindustrielle Niveau um mehr als 1,5 °C übersteigt. Die auf den bis Oktober verfügbaren Daten basierende Prognose würde 2026 nach 2024 zum zweiten Kalenderjahr über diesem Niveau in der ERA5-Reihe machen. Sie folgt auf den weltweit wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen und stellt noch keine Bilanz für das gesamte Jahr dar.
Kurz gefasst
Copernicus schätzt die Wahrscheinlichkeit auf über 99 %, dass der globale Mittelwert im Jahr 2026 das vorindustrielle Niveau um mehr als 1,5 °C übersteigt. Das Vorhersageintervall von 95 % liegt bei 1,56–1,61 °C und umfasst eine Prognose für November und Dezember.
Der Oktober war weltweit der wärmste Oktober in der ERA5-Reihe: 15,35 °C, 0,90 °C über dem Monatsmittel von 1991–2020. Auch die Meeresoberfläche zwischen 60°S und 60°N verzeichnete mit 20,95 °C einen Rekord für den Oktober.
Europa erlebte nach 2022 den zweitwärmsten Oktober: Die Durchschnittstemperatur über dem Land betrug 11,08 °C und lag damit 1,49 °C über dem Referenzwert von 1991–2020. Diese regionale Abweichung ist nicht direkt mit der globalen Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit vergleichbar.
Die Abflussmengen blieben auf Abschnitten der Donau und der Weichsel außergewöhnlich niedrig, und die niedrigen Wasserstände schränkten die Schifffahrt auf dem Rhein ein. In Polen meldeten am 30. Oktober 63 % der hydrologischen Messstationen niedrige Wasserstände; die Betreiber der Speicher begrenzten die Abgaben zur Schonung der Ressourcen.
2026 wäre nach 2024 das zweite Kalenderjahr über 1,5 °C in ERA5. Eine Überschreitung in einem Jahr oder sogar ein Vierjahresmittel über diesem Niveau entspricht nicht dem Erreichen des langfristigen Erwärmungsschwellenwerts des Übereinkommens von Paris.
Der Oktober 2026 hatte eine globale Durchschnittstemperatur von 15,35 °C, 0,90 °C über dem Monatsmittel von 1991–2020 und 1,75 °C über dem geschätzten Mittel von 1850–1900, laut dem C3S-Bulletin. Der vorherige Oktoberrekord war 2023 aufgestellt worden. Es war der dritte aufeinanderfolgende Monat, in dem die globale Abweichung gegenüber der vorindustriellen Zeit 1,5 °C überstieg.
Auch die Ozeane verzeichneten einen Monatsrekord: Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur zwischen 60° südlicher und 60° nördlicher Breite erreichte 20,95 °C, den höchsten Wert für einen Oktober in der analysierten Reihe. C3S führt die hohen Meerestemperaturen sowohl auf die Verstärkung des El-Niño-Phänomens im äquatorialen Pazifik als auch auf die ungewöhnliche Wärme in anderen Meeresregionen zurück. Der Mittelwert der Meeresoberfläche ist ein anderer Indikator als die Lufttemperatur an der Oberfläche des gesamten Planeten.
Für das gesamte Jahr 2026 liegt das geschätzte Intervall bei 1,56–1,61 °C über dem vorindustriellen Niveau. Dies ist ein Vorhersageintervall von 95 %, das eine Schätzung für November und Dezember einschließt. Das statistische Modell verwendet ERA5-Daten aus den Jahren 1979–2025 sowie die jüngsten Lufttemperaturen über Land und die Meeresoberflächentemperaturen. Die Wahrscheinlichkeit, dass 2026 das zweitwärmste Jahr wird, liegt bei etwa 80 %; die Wahrscheinlichkeit, den Rekord von 2024 zu erreichen oder zu übertreffen, beträgt rund 20 %. Diese Wahrscheinlichkeiten dürfen nicht mit der Wahrscheinlichkeit von über 99 % für eine jährliche Überschreitung des Niveaus von 1,5 °C verwechselt werden.
ERA5 ist die Reanalyse des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF), das den C3S-Dienst umsetzt. Sie kombiniert Beobachtungen mit einem physikalischen Modell der Atmosphäre, um eine zeitlich und räumlich kohärente Reihe zu erstellen, die 1940 beginnt. Die Copernicus-Methodik verwendet für den Vergleich mit der vorindustriellen Zeit auch andere Datensätze, die ERA5 nicht abdeckt. Der Referenzzeitraum 1991–2020 beschreibt das jüngere Klima, während 1850–1900 die vorindustrielle Zeit darstellt. Die genannten Abweichungen sind keine Anstiege gegenüber dem Vorjahr.
Europa erlebte nach 2022 den zweitwärmsten Oktober in der ERA5-Reihe. Die Durchschnittstemperatur über dem Land betrug 11,08 °C und lag damit 1,49 °C über dem Mittel der Oktobermonate von 1991–2020 sowie 0,43 °C unter dem Rekord von 2022. Die Wärme war im Norden Skandinaviens und im äußersten Osten Europas stärker ausgeprägt, während einige südliche Gebiete kälter als im Durchschnitt waren. Die europäische Abweichung von 1,49 °C ist nicht direkt mit der globalen Abweichung von 1,75 °C vergleichbar, da sowohl das geografische Gebiet als auch der Referenzzeitraum unterschiedlich sind.
Das hydrologische C3S-Bulletin weist auf Abschnitten der Donau, der Weichsel und ihrer Nebenflüsse die niedrigsten Abflussmengen für einen Oktober seit Beginn der Reihe im Jahr 1992 aus. Die Bewertung verwendet Simulationen des Europäischen Hochwasserwarnsystems (EFAS), nicht ein einziges Netz direkter Messungen. In Teilen des Rheineinzugsgebiets lagen die Abflussmengen deutlich unter dem Durchschnitt, und die niedrigen Wasserstände schränkten die Schifffahrt laut C3S weiterhin ein. In einigen westlichen Gebieten erholten sich die Abflussmengen, während die Defizite in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas anhielten.
In Polen verzeichneten am 30. Oktober 63 % der hydrologischen Messstationen Wasserstände im Bereich niedriger Werte, laut den von Wody Polskie vorgelegten Daten des IMGW-PIB. Die Betreiber der Speicher begrenzten die Abgaben, um Wasser zu sparen, im Rahmen der Betriebsvorschriften. Die Mindestabflüsse für Ökosysteme, die Versorgung der Wasserentnahmestellen und den Bedarf anderer Nutzer mussten aufrechterhalten werden. Die Daten zu den Wasserständen an den Stationen und die Abflussdaten beschreiben unterschiedliche Indikatoren und sind nicht austauschbar.
Die Weltorganisation für Meteorologie erklärt, dass sich das Niveau von 1,5 °C im Übereinkommen von Paris auf eine anhaltende Erwärmung bezieht, die in der Regel über etwa 20 Jahre bewertet wird. Eine Überschreitung in einem einzelnen Jahr stellt allein noch nicht das Erreichen dieses langfristigen Niveaus fest. Vorübergehende Episoden dürften jedoch häufiger werden, je weiter die Erwärmung fortschreitet. Laut C3S würde eine erneute jährliche Überschreitung auch den Mittelwert des Zeitraums 2023–2026 in der ERA5-Reihe über 1,5 °C halten, ohne dass diese vier Jahre einer langfristigen Klimabewertung gleichkommen.
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