Die ungarische Außenministerin Anita Orban hat am Dienstag Strafanzeige gegen ihren Vorgänger Peter Szijjarto und dessen Team erstattet. Sie wirft ihnen vor, im Zeitraum von 2022 bis 2026 häufig und kostspielig Privatflüge genutzt zu haben.
Nach Angaben der Ministerin kosteten Reisen mit privaten Charterflugzeugen oder Maschinen der Armee im Durchschnitt fast sechsmal so viel wie Flüge mit regulären Linienmaschinen in der Business Class. Die Differenz soll sich auf rund vier Milliarden Forint belaufen, umgerechnet 10,9 Millionen Euro.
Anita Orban erklärt, die geprüften Dokumente deuteten auf eine mögliche fehlerhafte Verwaltung öffentlicher Gelder hin. Die frühere Ministeriumsleitung könnte für den entstandenen Schaden zur Verantwortung gezogen werden. Die Anzeige ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der neuen Regierung, die als Antikorruptionskampagne präsentiert werden.
Der frühere Ministerpräsident Viktor Orban wies die Korruptionsvorwürfe zurück. Sein Sprecher Bertalan Havasi erklärte gegenüber Reuters, die Flüge von Peter Szijjarto hätten den Regierungsdekreten entsprochen und die Organisation der Reisen sei effizient gewesen. Er warf der neuen Regierung politisch motivierte Angriffe vor.
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