Die Führung in Budapest hat erneut den Fortschritt der Verhandlungen über den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union blockiert und von Kiew verlangt, zunächst die Verpflichtungen hinsichtlich der Rechte der ungarischen Minderheit umzusetzen. Die Entscheidung verhindert vorerst die Eröffnung der nächsten Verhandlungsphasen in den Gruppen 2 und 3, die den Binnenmarkt, Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum betreffen.
Die Position Budapests wurde bekräftigt, nachdem europäische Diplomaten versucht hatten, die ungarische Regierung zum Verzicht auf ihren Widerstand zu bewegen. Ungarn vertritt die Ansicht, dass die Ukraine die für die ungarische Gemeinschaft in Transkarpatien, einer im Westen des Landes gelegenen Region, vereinbarten Maßnahmen in die Gesetzgebung aufnehmen muss. Zu den Verpflichtungen gehören der Schutz der Bildungs-, Kultur-, Sprach- und politischen Rechte sowie der Erhalt und die Finanzierung kleiner Schulen in den ungarischen Gemeinschaften.
Die bilateralen Gespräche wurden im Mai wieder aufgenommen, und im Juni sollen die beiden Regierungen eine Einigung über die Rechte der Gemeinschaft erzielt haben. Budapest ist jedoch der Ansicht, dass die konkrete Umsetzung der Bestimmungen jedem weiteren Fortschritt bei den Beitrittsverhandlungen vorausgehen muss. Die Position der derzeitigen ungarischen Regierung unterscheidet sich von der des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der sich wiederholt gegen den Beitritt der Ukraine zur EU ausgesprochen und den Prozess zuvor blockiert hatte.
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