Paul Mackenzie, Anführer einer apokalyptischen Sekte in Kenia, wurde wegen der Tötung von 190 Kindern und eines Erwachsenen schuldig gesprochen. Das Urteil wurde in der Hafenstadt Mombasa verkündet, die endgültige Strafe soll am 6. November bekannt gegeben werden.
Weitere 28 Anführer der Sekte wurden wegen Mordes verurteilt. Alle Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Richterin Diana Mochache erklärte, die Anhänger hätten Mackenzie als „Sprecher Jesu“ betrachtet.
Den vor Gericht vorgelegten Beweisen zufolge soll der Sektenführer die Mitglieder angewiesen haben, ihre Kinder auszuhungern, um „Jesus zu begegnen“. Die Lehre der Sekte verbot Bildung und lehnte die moderne Medizin ab. Ein Mitangeklagter berichtete, dass Menschen, die das Fasten verweigerten, durch Gewalt gezwungen wurden, weiterzumachen.
Die Opfer wurden im Shakahola-Wald begraben, wobei die Beerdigungen als „Hochzeiten“ mit Jesus dargestellt wurden. In einem von Zeugen geschilderten Fall wurde einem Neugeborenen das Stillen verweigert; das Kind starb nach zwölf Tagen.
Mackenzie wurde 2023 festgenommen, nachdem mehr als 400 Leichen in flachen Gräbern entdeckt worden waren. Er und die anderen Anführer stehen auch in weiteren Verfahren vor Gericht – wegen Terrorismus, Radikalisierung und der Verweigerung der Schulbildung für Kinder.
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