Russland setzt zunehmend umgerüstete S-400-Übungsraketen für Angriffe auf die Ukraine ein – mit einer Strategie, die den militärischen Druck aufrechterhalten und leistungsfähigere ballistische Raketen schonen soll. Die von Militäranalysten der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine zusammengestellten und von Reuters zitierten Daten zeigen eine starke Zunahme ihres Einsatzes in den vergangenen Monaten.
Im Juli feuerte Russland 87 RM48U-Raketen auf die Ukraine ab, gegenüber 10 im Juni und 14 im Mai. Diese machten mehr als die Hälfte der 228 ballistischen und hypersonischen Raketen aus, die im Juli und Anfang August abgefeuert wurden.
Die RM48U wurde ursprünglich als Luftziel für Übungen mit S-400-Systemen entwickelt. Obwohl sie weniger präzise ist als eine speziell konzipierte ballistische Rakete, kann sie bei ihrem Einsatz gegen Bodenziele erhebliche Schäden verursachen.
Laut dem Analysten Sidharth Kaushal vom britischen Institut RUSI ermöglicht diese Taktik den Russen, Iskander-, KN-23- und Zircon-Raketen für den Winter aufzusparen, wenn Moskau die ballistischen Angriffe verstärken könnte. Die Ukraine verfügt hauptsächlich über Patriot-PAC-3-Systeme zur Abwehr dieser Raketen, doch die weltweiten Bestände an Abfangraketen sind begrenzt.
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