Das litauische Parlament, der Seimas, stimmte für eine Änderung der Verfassung, mit der das Verbot der Stationierung von Massenvernichtungswaffen, einschließlich Atomwaffen, sowie ausländischer Militärstützpunkte auf dem Staatsgebiet aufgehoben würde. Die Abstimmung fand nach den Debatten vom 22. September vor dem Hintergrund des sich verschlechternden Sicherheitsumfelds in Europa und des von Russland gegen die Ukraine geführten Krieges statt.
Der Änderungsantrag wurde von 99 Abgeordneten unterstützt, 13 stimmten dagegen, fünf enthielten sich. Der Vorschlag wird nun von den zuständigen Ausschüssen geprüft, führt jedoch noch nicht zu einer Änderung der Verfassung.
Für die endgültige Annahme sind zwei weitere Abstimmungen erforderlich, jeweils mit der Unterstützung von mindestens 94 Abgeordneten, also zwei Dritteln der Gesamtzahl der Seimas-Mitglieder. Die erste ist für den 6. Oktober angesetzt, die Schlussabstimmung für den 12. Januar 2027.
Der Präsident des Seimas, Juozas Olekas, erklärte, Litauen müsse in der Lage sein, sich vollständig am nuklearen Abschreckungssystem der NATO zu beteiligen. Die Initiative wird mit Argumenten begründet, die sich auf die Modernisierung des russischen Atomwaffenarsenals, die militärische Infrastruktur in Kaliningrad und Belarus sowie die zunehmende nukleare Rhetorik des Kremls beziehen. Russland warnte, Litauen könnte ins Visier seiner Atomwaffen geraten, falls es ein solches Arsenal beherbergen sollte.
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