Das Parlament Grönlands hat am Dienstag das in diesem Jahr mit den Vereinigten Staaten und Dänemark geschlossene Sicherheitsabkommen ratifiziert, durch das Washington seine militärische Rolle auf der arktischen Insel ausweitet. Die Abstimmung in Nuuk endete mit 16 Ja-Stimmen, keiner Gegenstimme und sieben Enthaltungen.
Das Abkommen soll die Spannungen beenden, die durch die wiederholten Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump ausgelöst wurden, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen. Das Dokument erlaubt die Eröffnung von zwei neuen US-Militärstützpunkten sowie die Stationierung des Raketenabwehrsystems „Golden Dome“ und bekräftigt zugleich die Souveränität Dänemarks und das Recht der Grönländer auf Selbstbestimmung.
Grönlands Außenminister Mute Egede bezeichnete die Ratifizierung als wichtigen Schritt in einem Kontext, in dem Frieden und Stabilität nicht länger als selbstverständlich gelten könnten. Die unabhängigkeitsbefürwortende Oppositionspartei Naleraq kritisierte das Abkommen jedoch mit der Begründung, es bringe der Insel keine wirtschaftlichen Vorteile.
Das dänische Parlament wird das Dokument am 11. November in erster Lesung beraten; die Schlussabstimmung ist für den 19. November angesetzt. Das Abkommen tritt nach der Ratifizierung durch Grönland und Dänemark in Kraft, eine Zustimmung des US-Senats ist nicht erforderlich.
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