Die Kommission für öffentliche Gesundheit verabschiedet Vorschläge zur Verringerung der Abhängigkeit von Nicht-EU-Ländern und zur Schaffung eines speziellen Sicherheitsfonds für essentielle Medikamente. Das Parlament unterstützt neue Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung mit kritischen Medikamenten
Brüssel, 16. Dezember 2025 – Die Kommission für öffentliche Gesundheit des Europäischen Parlaments hat einen Gesetzesentwurf angenommen, der darauf abzielt, die Sicherheit der Versorgung mit kritischen Medikamenten in der EU zu stärken. Mit 27 Stimmen dafür hat die Kommission beschlossen, die Abhängigkeit der Union von externen Anbietern zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit des inländischen Pharmasektors zu fördern, um eine Situation zu bewältigen, in der über 50 % der Engpässe durch Produktionsprobleme verursacht werden.
Kurz gesagt, Die neuen Maßnahmen unterstützen die Schaffung strategischer Industrieprojekte zur Modernisierung der Produktionskapazitäten für essentielle Medikamente, wie Antibiotika und Insulin, innerhalb der EU.
Die Abgeordneten forderten die Einrichtung eines Fonds für die Sicherheit kritischer Medikamente im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens, um diese Initiativen zu unterstützen.
Der Vorschlag umfasst einen Mechanismus zur Koordinierung und Umverteilung nationaler Bestände, um Mitgliedstaaten zu helfen, die mit dringenden Versorgungsunterbrechungen konfrontiert sind.
Der Text des Entwurfs hebt die Notwendigkeit von "strategischen Projekten" hervor, die die Produktion kritischer Medikamente und ihrer Grundstoffe in der Europäischen Union schaffen oder modernisieren sollen. Um den Erfolg dieser Projekte sicherzustellen, wünschen sich die Abgeordneten, dass die Kommission klare Bewertungsrichtlinien festlegt und die Mitgliedstaaten auffordert, die finanzielle Unterstützung für diese zu priorisieren. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit wird durch den Vorschlag für einen "Fonds für die Sicherheit kritischer Medikamente" ergänzt, der in Zukunft finanzielle Unterstützung im EU-Haushalt bieten soll.
Um den Markt weiter zu stabilisieren, ermutigt der Bericht zu Beschaffungsverfahren, die Verträge an mehrere Anbieter vergeben. Diese Strategie zielt darauf ab, die Lieferketten zu diversifizieren und eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller zu verhindern. Die Kommission hat auch die Vorteile gemeinsamer freiwilliger Beschaffungen hervorgehoben, bei denen Gruppen von Mitgliedstaaten oder die Kommission ihre Kräfte bündeln, um innovative oder kostspielige Behandlungen, wie die für seltene Krankheiten, zu kaufen.
Der Berichterstatter Tomislav Sokol beschrieb die Abstimmung als einen entscheidenden Moment für die Gesundheitssicherheit Europas und erklärte, dass der Bericht die notwendigen Anreize festlegt, um die pharmazeutische Produktion in der EU zu fördern und gleichzeitig den gerechten Zugang zu essentiellen Behandlungen sicherzustellen. Es wird erwartet, dass die Position des Parlaments während der Plenarsitzung im Januar 2026 angenommen wird, wonach die Verhandlungen mit den EU-Regierungen beginnen können.
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